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01. Juli 2020
Seite 3/9

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Prävention

Die primäre Prävention beinhaltet Verhaltensmaßnahmen im Sinne des Vermeidens von starker UV-Exposition. Dazu gehören das Tragen entsprechender Kleidung, das adäquate Auftragen von Sonnenschutzpräparaten und sinnvolle Sonnenpausen abhängig von Breitengraden und Jahreszeit, wozu der UV-Index Hinweise gibt. Helle Hauttypen sind noch einmal mehr angehalten, die Maßnahmen zu berücksichtigen (21). Trotz Aufklärungskampagnen und innovativerer Interventionen wie z.B. einer Smartphone „sun-safety mobile“ App (22) ist die Durchdringung präventiver Strategien in der Bevölkerung unzureichend. Mehr und nachhaltige Eigenverantwortung wären wünschenswert.

Die sekundäre Prävention dient der Früherkennung einer Erkrankung. Bezüglich der AK sind Eigenuntersuchungen der Haut sowie Hautkrebsscreenings anzuführen. In Deutschland wird dieses von den gesetzlichen Krankenkassen ab einem Alter von 35 Jahren alle 2 Jahre regelhaft finanziert. Viele Krankenkassen bieten jedoch bereits Screenings ab einem jüngeren Lebensalter an. Durch das Screening wurde ein Anstieg der Detektionsraten von Hauttumoren in einem frühen Stadium erreicht (23, 24) und ist daher zu befürworten.

Lokale und orale Retinoide wie auch Nikotinamid zeigen als tertiäre Prävention lediglich zeitlich limitierte Effekte (1). Umfangreiche Empfehlungen zur Hautkrebsprävention sind der „S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs“ zu entnehmen (21).

Therapien

Spontane Remissionsraten von AK reichen von 15-63% (1, 25). Bedeutsamer ist der bisher nicht vorhersehbare Progress in ein invasives PEK. Daraus resultiert die Empfehlung für eine frühzeitige und konsequente Therapie von AK.

Multiple Therapieoptionen stehen zur Behandlung von AK zur Verfügung. Die Therapieentscheidung sollte insbesondere von „Patientenfaktoren“ wie Alter, Komorbiditäten, Immunsuppression, von läsionsspezifischen Faktoren wie Anzahl, Ausdehnung und Lokalisation der AK sowie von therapiebedingten Aspekten wie Therapiedauer, Wirksamkeit und Nebenwirkungen und nicht zuletzt in Abstimmung mit Patientenwünschen gemacht werden (1, 4).

Therapieansätze werden nach der Größe des zu behandelnden Areals unterschieden. Unter läsionsgerichteter Therapie wird eine punktuelle Behandlung einzelner AK verstanden. Feldgerichtet sieht auf Grund von Zulassung und Studien orientierend ein Areal von 5x 5 cm vor. Häufig sind sehr großflächige Behandlungen bis hin zur Behandlung fast des gesamten Integumentes (siehe Kasuistik) notwendig. Basierend auf der „S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut“ (1) wie auch aktualisierter Literaturrecherche folgen prägnante Abschnitte zu den Therapieoptionen.

Lokal destruktive Verfahren

Kryochirurgie

Bei der Kryochirurgie wird mittels Kontaktstempel oder Sprayverfahren flüssiger Stickstoff von -196 °C appliziert, um eine intra- und extrazelluläre Kristallisation und temperaturbedingte Umkristallisation und assoziiert eine Gewebedestruktion zu bewirken. Die Anwendung ist schnell, wird als effektiv gewertet, ist jedoch abhängig von Anwendungsparametern wie der Einfrierzeit. Die Abheilungsraten nach Kryotherapie variieren zwischen 39% und 88% (26-28), da auch Behandlungsdauer, Abstand des Sprühkopfs zur Haut und Gefrierzyklen nicht standardisiert sind und wie in der S3-Leitlinie benannt AK unterschiedlicher Schweregrade behandelt werden können (1).

Laserverfahren

Die ablative Laserbehandlung (Er:YAG-, CO2-Laser) lässt sich läsionsgerichtet zügig durchführen. In der zugehörigen S3-Leitlinie werden sie für die Anwendung bei AK Grad I-III nach Olsen benannt (1). Ablative Laserverfahren spielen eine zunehmende Rolle bei Kombinationsverfahren z.B. mit anschließender Anwendung von 5%-Fluorouracil (5-FU) oder photodynamischer Therapie (PDT) insofern eine verbesserte Medikamenteneinschleusung („laser-assisted drug delivery“) postuliert wird (29). Evidenzbasierte Aussagen können jedoch dazu noch nicht gemacht werden.

Im Expertenkonsens sind nicht-ablative Laserverfahren mit dem Nd:YAG oder fraktionierten 1540 nm Lasern für AK Grad I-II nach Olsen einsetzbar [1]. Gemessen am alltäglichen, weit verbreiteten Einsatz von Lasern sind vergleichsweise wenige Studien publiziert.

Operative Verfahren

Als operative Verfahren werden in der S3-Leitlinie Kürettage, flache Abtragung oder Shave-Exzision und Komplettexzision genannt (1). Der definitive Vorteil liegt in der histologischen Sicherung (30). Je nach klinischem Befund ist das Vorgehen zu wählen. Aus Fallserien werden gerade auch in der Kombination mit Elektrokauterisation geringe Rezidivraten berichtet (31). Bezüglich der kosmetischen Resultate z.B. durch Narbenbildung und Pigmentverschiebungen werden diese Verfahren im Vergleich mit nicht-invasiven Therapien eher nachteilig gesehen. Entsprechend der S3-Leitlinie ist die operative Behandlung von AK Grad I-III möglich (1). Aus eigener Anschauung ist zu sagen, dass bei langen chronischen Verläufen diese Verfahren von älteren Patienten jedoch auf Grund der durchgreifenden, fokussierten, einmaligen Behandlung nach Aufklärung über das Behandlungsportfolio vielfach im Kontext wiederholter Lokalbehandlungen bejaht werden.
 

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  • Bundesweite Kontaktbeschränkungen ab 02. November 2020 – Früher als angekündigt soll die Pandemie mit massiven Kontaktbeschränkungen gestoppt werden (dpa, 28.10.2020).
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