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   11.09.2008
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Dermatologie: Einsatz von Rituximab und neuen Biologicals Anti IL-12-/IL-23 bei Autoimmunerkrankungen

Pemphigus ist eine seltene Krankheit, die zu schmerzhaften Hautablösungen und Erosionen der Schleimhäute führt. Verantwortlich dafür ist eine Störung des Immunsystems. Im Allgemeinen wird für die Behandlung hochdosiertes Cortison verwendet. Beim 17. Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) vom 17. bis 21. September 2008 in Paris wird eine neue Behandlungsmöglichkeit dieser schweren Erkrankung mit dem Krebsmedikament Rituximab diskutiert. Ein anderes Thema des größten dermatologischen Kongresses Europas wird der Einsatz der neuen Biologicals Anti IL12 /IL 23 bei Psoriasis sein.


Der Begriff "Pemphigus" bezeichnet seltene und schwerwiegende Erkrankungen der Haut und der Schleimhäute. Das Immunsystem produziert Proteine (Antikörper), die fälschlicherweise das eigene Gewebe des Organismus angreifen und dabei bestimmte Teile der Hautschicht zerstören. Rituximab, das für die Behandlung von Krebserkrankungen, wie z.B. Lymphomen entwickelt worden ist, hat eine Verbesserung der schwerwiegenden Verläufe der Krankheit ermöglicht, die nicht auf hohe Cortisondosen ansprechen. Nach Aussage des Präsidenten des 17. EADV-Kongresses in Paris, Professor Pascal Joly "wurden im Rahmen einer multizentrischen Studie in Frankreich 18 von 21 Patienten, d.h. 86%, innerhalb von drei Monaten von ihren Symptomen befreit." Eine weitere Studie hat analoge Ergebnisse bei neun von elf Patienten erbracht, deren Zustand sich innerhalb von drei Monaten gebessert hat. Die Studien zeigen, dass Rituximab eine neue, sehr wirksame Option für die Behandlung von Patienten ist, die unter schweren Formen von Pemphigus leiden. Dennoch mahnt Professor Joly zur Vorsicht, denn bei zwei Patienten sind schwere Infektionen - davon eine tödliche - aufgetreten.

"In Anbetracht dieser Gefahr von Nebenwirkungen", fasst Professor Joly zusammen, "sollte eine Behandlung mit Rituximab solchen Patienten vorbehalten bleiben, die unter schweren Formen der Krankheit leiden. Bei diesen zeigen die Ergebnisse, dass die Behandlung sehr wirksam ist. Eingehendere Studien mit einer größeren Anzahl von Patienten und Behandlungen über einen längeren Zeitraum werden uns klarere Erkenntnisse vermitteln."


Psoriasis: eine häufige Erkrankung mit erheblicher Beeinträchtigung

Die Psoriasis betrifft 2 bis 3% der Bevölkerung. Sie manifestiert sich als schuppige Veränderungen auf Haut und Kopfhaut sowie als Verformung der Nägel. In 10 bis 20 % der Fälle findet sich ein Rheumatismus als Komplikation. Bestimmte Formen der Psoriasis weisen aufgrund des Ausmaßes der Veränderungen und/oder der psychischen Belastung der Patienten (in Verbindung mit den psychosozialen Auswirkungen der Erkrankung) einen schweren Verlauf auf. Für diese schweren Verlaufsformen werden seit einigen Jahren die so genannten Biologicals (franz.: biothérapies), eine neue Generation von Medikamenten, entwickelt. Neben den Anti-TNF-Wirkstoffen steht jetzt mit Ustekinumab ein neues Molekül zur Verfügung, das auf das von den Lymphozyten ausgeschüttete Interleukin 12 wirkt. Dieses Medikament erzielt in über 70% sehr gute Ergebnisse und scheint damit nicht nur sehr wirksam zu sein, sondern ist mit 4 subkutanen Injektionen pro Jahr auch sehr einfach anzuwenden. Es ergänzt die zahlreichen dermatologischen Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis und gibt vielen Kranken neue Hoffnung.

Seltene Erkrankungen wie Pemphigus stellen einen Schwerpunkt des EADV-Kongresses dar. Weiter auf der Agenda stehen aktuelle Themen aus der Dermatologie und Venerologie, beispielsweise das Für und Wider einer Impfung gegen die Gebärmutterhalskrebs verursachenden Humanen Papillomaviren (HPV). Interessante Forschungs- und Studienergebnisse erwartet Kongresspräsident Prof. Joly auch auf den Gebieten Neurodermitis (atopisches Ekzem), Hautkrebs, entzündliche Hauterkrankungen und ästhetische Dermatologie.

Kongressinformationen und Tagungsprogramm unter: www.eadv2008.com.

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Zuletzt geändert am: 11.09.2008