Im Kampf gegen Pflege-Missstände werden künftig alle rund 10 000 Pflegeheime in Deutschland mit Schulnoten von «sehr gut» bis «mangelhaft» bewertet. Die Ergebnisse würden farblich in Abstufungen von sehr hell bis tieforange hinterlegt, berichteten die Pflegeanbieter und -kassen am Donnerstag in Berlin. Die CSU kritisierte den «Pflege-TÜV» als zu lasch.
Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes der Krankenkassen (MDS) oder entsprechende Einrichtungen sollen die Pflegeeinrichtungenkontrollieren. Im Spätsommer sollen die ersten Ergebnisse im Internet veröffentlicht werden. Bis 2011 sollen alle Heime unabhängig geprüft und benotet sein. Für jedes Bundesland sollen Pflegebedürftige dann im Internet eine Auflistung sämtlicher Heime mit je einer Gesamtnote finden.
Dazu kommen Einzelnoten für Pflegequalität und medizinische Versorgung, den Umgang mit Demenzkranken, für die Betreuung sowie für Verpflegung und Hygiene. Ergänzend werden die Ergebnisse von Bewohner-Befragungen veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung der Pflegequalität setzen die Kassen einen Kernpunkt der jüngsten Pflegereform um. Gute Einrichtungen sollen mit ihren Ergebnissen werben, schlechte unter Druck geraten.
Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) kritisierte, das Bewertungssystem als «einzige Kompromisssülze». Dieser Pflege-TÜV helfe schwarzen Schafen, über schlimme Mängel in Heimen hinwegzutäuschen.