Samstag, 15. Dezember 2018
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Centrum für Chronische Immundefizienz des Universitätsklinikums Freiburg

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Sprechstunden

Sprechstunden für Kinder:
Montag
8:30 - 12:30 | Immundefekte, Infektanfälligkeit, unklares Fieber
14:00 - 16:30 | Infektions- und HIV Erkrankungen, Tropen und Reisemedizin, Impffragen
Dienstag
8:30 - 12:00 | Infektions- und HIV Erkrankungen, Tropen und Reisemedizin, Impffragen
14:00 - 16:30 | Immundefekte, Infektanfälligkeit, unklares Fieber
Mittwoch
14:00 - 17:00 | Immundefekte, Infektanfälligkeit, unklares Fieber


Sprechstunden für Erwachsene:
Immundefektambulanz
Montag, Dienstag und Donnerstag 08:00-14:00 | Immundefekte, Infektanfälligkeit, unklares Fieber

Infektionsambulanz
Montag und Donnerstag
08:00-15:00 | Chronische oder rezidivierende Infektionserkrankungen, Fieber unklarer Genese, HIV Erkrankungen
Montag
08:00-15:00 | Asplenie/Hyposplenie, HIV Erkrankungen 
Dienstag
08:00-15:00 | Chronische mykobakterielle Infektionen
Mittwoch
08:00-15:00 | Rezidivierende S. aureus-Infektionen, HIV Erkankungen

Kontakt

Breisacher Str. 115
79106 Freiburg
Baden-Württemberg
Deutschland

Telefon
+49 (0)761 270-77550

E-Mail
cci-uni@uniklinik-freiburg.de

» Zur Website des Zentrums
Das Immunsystem schützt uns vor schädlichen Viren, Pilzen und Bakterien. Wenn es defekt ist, dann geht es nicht nur um eine Erkältung. Immundefekte sind oft lebensbedrohlich und sie sind extrem selten. Deshalb suchen Menschen mit Immundefekten häufig jahrelang erfolglos in Arztpraxen und Kliniken nach der richtigen Diagnose.

Im Schnitt vergehen fünf Jahre bis zur endgültigen Diagnose eines Immundefekts – eine schwierige und oft lebensbedrohliche Zeit für die Betroffenen. Das liegt zum einen daran, dass Immundefekte sehr selten sind und in Deutschland nur bei ungefähr einer von 5.000 Personen auftreten. Zum anderen gibt es mehr als 300 Varianten davon. Deshalb können Immundefekte nur in Spezialzentren wie dem Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) des Universitätsklinikums Freiburg erforscht, diagnostiziert und behandelt werden. Das Besondere am CCI ist die Zusammenfassung von sieben Professuren aus den Bereichen Rheumatologie, Hämatologie, Immunologie, Infektionsimmunologie, Immunbiologie, Zell- und Gentherapie unter einem Dach. Vom Säugling bis zum alten Menschen werden die Patienten in zwei spezialisierten Ambulanzen behandelt – der Kinder- und Erwachsenenambulanz. Sie leiden an angeborenen Immunerkrankungen, bei denen oft eine Mutation in einem einzigen Gen die Ursache für schwerwiegende Fehlfunktionen des Immunsystems ist, oder an erworbenen Immunerkrankungen wie HIV. Für eine optimale Behandlung der Patienten ist es wichtig zu wissen, welches Gen betroffen ist und welche Abwehr- und Regulationsmechanismen durch die Mutation beeinträchtigt werden. So haben die Forscher am CCI schon mehrere neue Genmutationen entdeckt.

 
Prof. Dr. Klaus Warnatz im Gespräch mit einer Immundefekt-Patientin in der Erwachsenenambulanz des CCI (Bildquelle: CCI Freiburg)
Arzt mit Patientin am CCI Freiburg



Ein Stammzelltransplantation am CCI hat Janis geheilt
Die Herausforderung besteht darin zu erkennen, ob es sich bei den Patienten um eine normale Infektanfälligkeit oder eine Immunerkrankung handelt. So wie bei Janis, bei dem man in den ersten Lebensjahren dachte, dass er mit seinen ständigen Infekten, Bauchschmerzen und Hautausschlägen einfach nur ein anfälliges Kind sei. Als sein Blut mit fünf Jahren genauer untersucht wurde, erhielten die Eltern die schockierende Diagnose, dass Janis an Septischer Granulomatose, einer sehr seltenen Immunerkrankung leidet und voraussichtlich nicht über das Jugendalter hinauskommen wird. Die einzige Chance sei eine Stammzelltransplantation, aber die Wahrscheinlichkeit einen passenden Spender zu finden, liege in der eigenen Familie nur bei 20 Prozent, außerhalb sei sie unendlich viel geringer. Nach einer Internetrecherche haben sie einen Termin am CCI bekommen. „Es war wie ein Sechser im Lotto als wir nach der Blutuntersuchung der ganzen Familie erfahren haben, dass sein kleiner Bruder als Spender in Frage kommt“, berichtet der Vater. Janis ist heute geheilt und kommt nur noch einmal im Jahr zur Untersuchung ans CCI.

Durch die Behandlung am CCI hat Kai seine seltene Immunkrankheit im Griff
Die meisten Immunerkrankungen können nicht geheilt werden, aber das CCI hilft dabei, dass die Patienten wieder ein fast normales Leben führen können. So wie bei Kai, bei dem erst im Alter von 20 Jahren ein Gentest Gewissheit darüber brachte, dass er am Hyper-IgE-Syndrom leidet, bei dem ein defektes Signalmolekül in weißen Blutkörperchen die Bildung von sogenannten Th17-Zellen verhindert, die gegen Pilze und Bakterien kämpfen. Die Krankheit ist für seine ständigen Lungenentzündungen, Asthmaanfälle, Allergien, Hautausschläge und unzähligen Knochenbrüche verantwortlich. Als er zum ersten Mal ans CCI kam, ging es ihm so schlecht, dass er sein Physik-Studium aufgeben wollte, doch hier konnte die richtige Therapie für ihn gefunden werden. Für die individuelle Betreuung am CCI ist er von Gießen nach Freiburg gezogen und möchte hier sein Studium zu Ende führen. Auch wenn Kai seine Krankheit heute im Griff hat, hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, eines Tages geheilt zu werden. Am CCI wird gerade an einer Genschere geforscht, die sein kaputtes Gen außer Gefecht setzen könnte. „Wenn es zu einer Studie am Menschen kommt, bin ich der Erste, der sich meldet“, sagt Kai.

Aids durch Gentechnik heilen am CCI
An solchen Genscheren forscht Prof. Dr. Toni Cathomen, Direktor des Instituts für Zell- und Gentherapie, das zum CCI gehört. Der Molekularbiologe möchte die Immunschwächekrankheit Aids durch moderne Methoden der Gentechnik heilen. Mit Genscheren soll ein bestimmtes Gen ausgeschaltet werden, das als Eingangspforte für das HI-Virus in die T-Helferzellen fungiert. Damit schließt sich dort die Stelle, durch die das Virus in die Zellen eindringen und sie zerstören kann. Bei Mäusen hat sein Konzept schon funktioniert. Zurzeit bereitet er mit sechs Patienten am Universitätsklinikum Freiburg eine Studie vor. Nach 40 Jahren Aids-Forschung wäre es eine Sensation, wenn seine Therapie Erfolg hätte und Aids-Patienten geheilt wären.

Das CCI auf einen Blick
Das CCI wurde 2008 gegründet und ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) für zehn Jahre mit mehreren Millionen Euro gefördert. Unter der Leitung des Medizinischen Direktors Prof. Dr. Stephan Ehl und des Wissenschaftlichen Direktors Prof. Dr. Bodo Grimbacher hat sich das CCI zur wichtigsten Anlaufstelle in Deutschland für Patienten mit Immunerkrankungen entwickelt. So werden jährlich über 3.000 Patientenbesuche in den Ambulanzen registriert, 10 lebensrettende Stammzelltransplantationen durchgeführt, 1.500 Blutproben aus der ganzen Welt diagnostiziert, über 30 Studien organisiert und 100 Fachbeiträge publiziert.

 
Das CCI wird vom Wissenschaftlichen Direktor Prof. Dr. Bodo Grimbacher (links) und dem Medizinischen Direktor Prof. Dr. Stephan Ehl (rechts) geleitet (Bildquelle: CCI Freiburg)
Immun- und Krebsforschung am CCI Freiburg



Immun- und Krebsforscher unter einem Dach
Seit Anfang 2016 forschen die sieben Professoren des CCI mit ihren rund 150 Mitarbeitern im neugebauten Zentrum für Translationale Zellforschung (ZTZ). Neben den Immunforschern des CCI sind auch die Krebsforscher des Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF) in dem Neubau untergebracht. Ziel des neuen Zentrums ist die Überführung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung. Dass die Spezialisten unter einem Dach arbeiten, wird die Forschung noch produktiver machen, denn Immunzellen und Krebszellen haben viele Gemeinsamkeiten.

 
PROimmun e.V. – Verein zur Förderung der Erforschung und Behandlung von Immunerkrankungen
pro immun e.V.
PROimmun e.V. ist ein gemeinnütziger Förderverein. Er unterstützt die Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit seltenen Immunerkrankungen und Menschen mit HIV am CCI. Der Verein fördert außerdem die Erforschung des Immunsystems.


Besonderheiten

Behandlungsangebot für Erwachsene
  • Diagnostik und Therapie von
  • primären und sekundären Immundefekten
  • infektionsimmunologischen Erkrankungen
  • chronischen und rezidivierenden Erkrankungen
  • mykobakteriellen Infektionen
  • rezidivierenden Staphlokokken-Infektionen
  • fehlender oder funktionsuntüchtiger Milz
  • HIV Erkrankungen

Beratung und Schulung
  • Schulung für subkutane Immunglobulintherapie
  • Durchführung von intravenöser Immunglobulintherapie
  • Genetische Beratung bei Immundefekten
  • Impfberatung bei Abwehrschwäche
  • Beratung für die Stammzelltransplantation bei Patienten mit primären Immundefekten in Kooperation mit den Hämatologen
  • Konsiliarische Beratung / Zweitmeinungen
  • Zusammenarbeit mit Kinderärzten und Internisten aus allen Bereichen
  • Zusammenarbeit mit Psychologen und Sozialarbeitern
  • Informationsmaterial

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