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Medizin

30. April 2013 Multiple Sklerose: Ärzte weisen auf mögliche Gefahren einer Therapie mit Fumarsäure hin

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems, deren Ursache trotz großer Forschungsanstrengungen noch nicht geklärt ist. Vor kurzem wurde in den USA und Europa die Substanz Dimethyl-Fumarsäure zur Therapie der MS zugelassen. Damit steht erstmals eine orale Medikation als Erstmedikation zur Schubprophylaxe zur Verfügung. Ärzte der Uniklinik RWTH Aachen haben kürzlich einen Artikel im New England Journal of Medicine veröffentlicht, der auf Gefahren einer Langzeittherapie mit Fumarsäure hinweist.

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Fachinformation

Die jetzt für Multiple Sklerose zugelassene Dimethyl-Fumarsäure wird in Deutschland seit vielen Jahren in chemisch leicht veränderter Form für die Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt. Univ.-Prof. Dr. med. Jörg B. Schulz, Direktor der Klinik für Neurologie und Univ.-Prof. Dr. med. Joachim Weis, Leiter des Instituts für Neuropathologie der Uniklinik RWTH Aachen beschreiben in dem Artikel bei einem Patienten mit Psoriasis nach dreijähriger Therapie mit Fumarsäure das Auftreten und die Behandlung einer Progressiven Metachromatischen Leukodystrophie (PML). Diese ist vermutlich auf eine medikamenteninduzierte Lymphocytopenie zurückzuführen.

PML ist eine sehr seltene, durch das JC-1 Virus hervorgerufene progrediente Erkrankung des zentralen Nervensystems. Wenn sie zu spät entdeckt wird, kann sie zum Tode führen. Bei mit Tysabri behandelten MS Patienten wurde diese Erkrankung bereits in mehr als 350 Fällen beobachtet.

Prof. Schulz äußert sich zuversichtlich: "Die Einführung der Fumarsäure-Therapie ist ein Meilenstein in der Schubprophylaxe der MS. Das Auftreten von insgesamt vier Fällen einer PML unter Fumarsäure-Therapie scheint immer an eine schwere Lymphocytopenie gebunden gewesen zu sein. Es ist vorherzusagen, dass innerhalb kurzer Zeit viele Patienten Fumarsäure erhalten werden. Engmaschige Kontrollen der Lymphocytenwerte und ein Absetzen des Medikaments bei Unterschreiten eines Grenzwerts sollten die Gefahr des Auftretens einer PML deutlich reduzieren."

Quelle: Uniklinik RWTH Aachen


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