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Gesundheitspolitik

08. Juli 2019 Herausforderung Digitale Transformation in der Gesundheitsbranche

Die Healthcare Frauen e.V. (HCF), das renommierte Businessnetzwerk für Managerinnen im Gesundheitswesen, stellen bei der adesso Summer Lounge in Berlin erste Ergebnisse des Digitalen Healthcare Index 2019 vor – der ersten branchenweiten Online-Befragung zum Stand der Digitalisierung im Healthcare-Bereich.
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Zwischen Einschätzung und Beherrschung der fortschreitenden Digitalisierung klafft derzeit noch eine große Lücke: Obwohl mehr als die Hälfte der Führungskräfte in der Gesundheitsbranche die Digitalisierung als positiv bewertet, knapp ein Viertel (22%) sogar als sehr positiv, stuft die Mehrheit der Führungskräfte gleichzeitig die IT-/Online-Kompetenz, disruptives Denken oder Kritikfähigkeit als eher unwichtige Führungskompetenz im unteren Drittel ein. Das zeigen die ersten Ergebnisse zum Digital Leadership als Teil des Digitalen Healthcare Index 2019. Erstmals wurden auf Initiative der HCF bundesweit weibliche und männliche Führungskräfte der ersten und zweiten Führungsebene aus der Gesundheitsbranche zu den Auswirkungen der Digitalisierung befragt. Gemeinsam mit dem IFAK Institut für Markt- und Sozialforschung erhoben die HCF systematisch Daten zu unternehmens- und organisationssoziologischen Aspekten. Im Fokus standen dabei digitale Kompetenzen von Mitarbeitern und Führungskräften, die Digitalisierung in Unternehmen, die damit verbundenen Herausforderungen für Führungskräfte sowie die Veränderungen der Unternehmenskultur. Noch deuten die Ergebnisse keinen Kulturwandel in der Gesundheitsindustrie und bei ihren Dienstleistern an.

Der IT-Dienstleister adesso unterstützt die Studie als Hauptsponsor und hatte genau vor einem Jahr gemeinsam mit den HCF und IFAK den Grundstein dafür gelegt, als er eine qualitative Fokusgruppe von Top-Managerinnen zum Workshop bat, um Kernthemen der Digitalisierung zu diskutieren. Nun lud adesso auf Basis der ersten Studienergebnisse am 2. Juli erneut führende Köpfe der pharmazeutischen Industrie zum exklusiven Austausch über digitale Führungskompetenz in die adesso Summer Lounge nach Berlin. Dr. Sarah J. Becker vom Institute for Digital Transformation in Healthcare (idigiT) ging in ihrem Impulsvortrag auf das Digital Responsible Leadership ein und stellte fest: „Das Zusammenwirken von Technologie und menschlichem Verhalten birgt eine Reihe neuer Risiken, die mitunter zu Verunsicherungen führen. Führungskräfte müssen Dinge bewerten, für die es noch keine Entscheidungshilfen gibt. Die Digitalisierung erfordert mehr denn je ein verantwortungsbewusstes Leadership.“ Intensiv diskutierten die Gäste der Summer Lounge die Studienergebnisse in Workshops und berichteten aus ihrem Führungsalltag. Einigkeit herrschte vor allem in der Erkenntnis, dass die Digitalisierung besondere Anforderungen an den Führungsstil stellt und großer Flexibilität bedarf.

Herausforderungen liegen im sozialen Miteinander und in der Komplexität

An der ersten Befragungsrunde der Studie, die insgesamt über einen Zeitraum von fünf Jahren den Status Quo der digitalen Transformation und die damit einhergehenden Veränderungen im Healthcare-Bereich ermittelt, nahmen im Mai 2019 110 Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen teil. Zwei Drittel waren weiblich, knapp die Hälfte (48%) gehörte dem Top Management an. Mehr als ein Drittel (65%) der Befragten gab an, den Handlungsdruck durch die digitale Transformation als hoch bis sehr hoch zu empfinden. Gemessen an den Studienergebnissen müssen die Unternehmen für eine erfolgreiche Transformation besonders am sozialen Miteinander und an der Bewältigung der Komplexität arbeiten. Die persönlichen Herausforderungen liegen aus Sicht der Manager vor allem in der Neuausrichtung der Unternehmensstrategie, einer veränderten Unternehmenskultur und der eigenen Führungsqualität. „Das Gelingen der Digitalen Transformation ist für uns eine Frage der Führung und des Mindset“, sagt Dr. Sabine Huppertz-Helmhold, HCF-Vorstandsvorsitzende. „Unser Anliegen ist es, in dieser Zeit des Umbruchs die notwendige Veränderung von Führungs- und Unternehmenskultur systematisch zu begleiten. Mit dem Digitalen Healthcare Index leisten wir Pionierarbeit für valide Daten als Basis dafür.“

Weiterentwicklung gefragt: Vier von fünf gewünschten Kompetenzen sind „digital“

Auffällig: Unter den Top 5 der Führungskompetenzen, die derzeit in den Chefetagen vorhanden sind, finden sich fast nur althergebrachte. Neue, durch die Digitalisierung gefragte Kompetenzen wie Vernetzungsfähigkeit, Agilität oder disruptives Denken landeten auf den hinteren Rängen. Befragt nach den Kompetenzen, in denen sich die Leader gerne weiterentwickeln würden, zählen deshalb auch vier von fünf zur neuen, digitalen Führungskultur. „Die Notwendigkeit, digitale Kompetenzen aufzubauen, ist auf den ersten und zweiten Führungsebenen der Gesundheitswirtschaft angekommen, aber die Frage nach dem „Wie“ bereitet vielen Unternehmen Probleme. Genau hier setzen wir als adesso bei unseren Kunden an“, so Emily Andreae, HCF-Projektleiterin für den Digitalen Healthcare Index. Die HCF wollen gemeinsam mit IFAK nach Auswertung aller Ergebnisse aus der ersten Befragungsrunde drei Indizes herausbilden, mit deren Hilfe sich ein Relevanzranking geforderter Kompetenzen, digitaler Führungsreifegrad sowie der Digitalisierungsgrad des Unternehmens bestimmen lassen. Die Befragungen für den Digitalen Healthcare Index werden jährlich bis einschließlich 2023 durchgeführt.

Quelle: Healthcare Frauen e.V.


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