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Morbus Alzheimer: neue Diagnosemöglichkeiten mittels molekularer Bildgebung

24. Juni 2014

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   10.01.2008
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Nächtliche Polyurie – unterschätzte Krankheit mit Folgen

Die nächtliche Polyurie geht mit einer gesteigerten nächtlichen Urinproduktion und mit einer abnehmenden Urinproduktion tagsüber einher. Neben den bekannten Ursachen (Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Schlaf- Apnoe, abendliche Einnahme von Diuretika, übermäßiges Trinken vor dem zu Bett gehen) ist möglicherweise der zirkadiane Rhythmus der ADH (ADH = antidiuretisches Hormon)-Ausschüttung aufgehoben, so dass ein passagerer nächtlicher ADH-Mangel entsteht. Nykturie ist definiert als das vermehrte nächtliche Wasserlassen und wird durch eine Vielzahl von Faktoren inklusive der nächtlichen Polyurie verursacht. Die Nykturie hat signifikante Auswirkungen auf die Lebensqualität und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Inzidenz und Schweregrad nehmen ab dem 40. Lebensjahr mit jeder Dekade konstant zu. Als natürliches Symptom des Alterns wird sie oft anderen Grunderkrankungen, wie zum Beispiel beim Mann einer obstruierenden Prostataerkrankung, zugeordnet. Dies kann zu Fehlbewertungen der Nykturie und damit zu Behandlungsversäumnissen sowie –fehlern führen. Ausschlaggebend:


Das Nykturieprotokoll
„Das wichtigste Instrument zur Differenzialdiagnose ist das Nykturieprotokoll, mit dessen Hilfe man die nächtliche Polyurie als Ursache für die weitere Abklärung und Therapie diagnostizieren kann“, erklärte Dr. Daniela Marschall-Kehrel, Frankfurt, anlässlich der 19. Jahrestagung der Deutschen Kontinenz Gesellschaft in Kiel. Mit Hilfe des Protokolls können drei Ursachen der Nykturie abgeklärt werden: 1. Weist das Protokoll eine Harnausscheidung von über 2,8 Liter innerhalb von 24 Stunden aus, liegt eine Polyurie vor. 2. Wird mehr als ein Drittel (20 – 33 %) der 24-Stundenharnmenge in der Nacht produziert, handelt es sich um eine nächtliche Polyurie. 3. Eine Blasenspeicherstörung liegt vor, wenn das 24-Stunden-Volumen normal oder vermindert, die Miktionsfrequenz jedoch erhöht ist.


Mit Desmopressin ADH-Mangel erfolgreich ausgleichen
Häufig ist die Ursache der nächtlichen Polyurie eine Störung der ADH-Ausschüttung. Dieser Mangel geht mit einer sinkenden Wasserrückresorption in der Niere und einer nächtlich gesteigerten Miktionsfrequenz einher. Mit dem ADH-Analogon Desmopressin kann auch bei Erwachsenen der ADH-Mangel erfolgreich ausgeglichen und die nächtliche Miktionsfrequenz reduziert werden. Basierend auf der fundierten Studienlage empfiehlt die International Conference on Incontinence (ICI) die Pharmakotherapie der nächtlichen Polyurie mit Desmopressin mit einer Grad-A-Evidenz.


Fundierte Studienlage
Das Phase III-Studienprogramm NOCTOPUS umfasst drei doppelblinde, plazebokontrollierte Kurzzeitstudien (n = 421) und zwei anschließende offene Langzeitstudien (n = 249) zum Langzeiteffekt der Desmopressin-Therapie mit einer Beobachtungszeit von bis zu einem Jahr. „Unter Desmopressin konnte die nächtliche Miktionsfrequenz bei Männern um 48 – 58 % und bei Frauen um 55 – 59 %2 gesenkt werden. Gleichzeitig verlängerte sich die erste Schlafperiode bei Männern um 46 % und bei Frauen um 54 %3 gegenüber dem Ausgangsbefund. Die Lebensqualität der Betroffenen konnte so merklich gesteigert werden“, so Dr. Marschall-Kehrel.
Eine Dauertherapie wird empfohlen: In einer anschließenden einmonatigen Phase ohne Medikation verschlechterte sich die Symptomatik der nächtlichen Polyurie bei den Probanten signifikant. Insgesamt wiesen die Studien ein gutes Sicherheitsprofil auf. So kam es unter Therapie nicht zu Tachyphylaxie oder Erniedrigung des Natriumspiegels im Serum.

Quelle: Ferring

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Zuletzt geändert am: 10.01.2008