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Gesundheitspolitik

Beiträge zum Thema: Patienten

06. Juli 2018

Krebsmedikamente gepanscht: Zwölf Jahre Haft für Bottroper Apotheker

Um sich einen luxuriösen Lebensstil leisten zu können, hat ein Apotheker im Ruhrgebiet nach Überzeugung der Richter Krebsmedikamente gepanscht. Die Verteidigung hielt die Indizienkette für brüchig – doch die Richter sind am Ende von der Schuld des Mannes überzeugt. Im Medizinskandal um massenhaft gepanschte Krebsmedikamente hat das Landgericht Essen einen Apotheker zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter stellten in ihrem Urteil am Freitag fest, dass in der Apotheke des 48-Jährigen aus Bottrop Infusionslösungen gestreckt, bei den Krankenkassen aber voll abgerechnet wurden.

Rechtsunsicherheit bei Weitergabe von Erhebungsbögen an Krankenkassen

Die Weitergabe von Patienten-Erhebungsbögen zu Hilfsmittel-Versorgungen an Krankenkassen ist nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, nicht mit den Datenschutz-Anforderungen vereinbar. Experten des BVMed-Fachbereichs „Leistungsrecht für Leistungserbringer“ fordern daher eine Klärung, um die im Markt vorhandene Rechtsunsicherheit bei der Weiterleitung von medizinischen Detaildaten von Versicherten zu Hilfsmittelversorgungen an gesetzliche Krankenkassen im Rahmen von Verträgen nach § 127 Abs. 2 SGB V zu beheben.

Studie: Überblick über Arznei-Wechselwirkungen für Ärzte oft schwer

Patienten können laut einer Studie nicht sicher sein, dass Ärzte bei Medikamenten-Verordnungen immer alle möglichen Wechselwirkungen kennen. Gut jeder fünfte Bundesbürger erhielt 2016 mindestens einmal fünf oder mehr Wirkstoffe gleichzeitig, wie die Barmer Krankenkasse am Donnerstag nach hochgerechneten Daten ihrer Versicherten mitteilte. Jeder vierte Versicherte ab 65 Jahren bekam so schon ein für diese Altersgruppe nicht empfohlenes Arzneimittel verschrieben.

05. Juli 2018

Krankenhausinvestitionen: Länder haben genug finanziellen Spielraum

„Die Haushaltslage der Länder hat sich durch den wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Jahre erheblich verbessert. Es gibt daher genug finanziellen Spielraum für die Länder, endlich ihren Investitionsverpflichtungen für die Krankenhäuser in vollem Umfang nachzukommen“, kommentierte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, die am Donnerstag veröffentlichte Bestandsaufnahme der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung in den Bundesländern.

04. Juli 2018

Große Unterschiede nach Ländern beim Eigenanteil im Pflegeheim

Bewohner in Pflegeeinrichtungen müssen einen Teil der Kosten aus eigener Tasche zahlen. Beim Eigenanteil, den Patienten für die Pflege in Pflegeheimen zahlen müssen, gibt es weiter erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Am günstigsten ist es in Thüringen mit durchschnittlich 237,19 Euro im Monat, am teuersten in Berlin mit 872,50 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Frage der Linke-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im bundesweiten Schnitt betrug dieser je Einrichtung einheitliche Eigenanteil zum Stichtag 1. April 602,13 Euro. Über dem Durchschnitt liegen insgesamt sieben Länder, darunter neun Länder.

Vorschläge zur Patientensteuerung sind entscheidender Paradigmenwechsel

Als „zukunftsweisend“ hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, in einer ersten Reaktion das gestern vom Sachverständigenrat Gesundheit an das Gesundheitsministerium übergebene Gutachten zur bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung bezeichnet. „Ungeachtet der Tatsache, dass ohne Frage in der Detailbetrachtung aus unserer Sicht auch Kritik an dem einen oder anderen Vorschlag der Gutachter anzubringen ist – so zum Beispiel mit Blick auf Pläne für ein verändertes Nachsetzungsverfahren im ambulanten Bereich – hat der Sachverständigenrat erstmals deutlich gemacht, dass auch der Patient ein Akteur des Gesundheitssystems ist, dessen Verhalten Auswirkungen auf die Effektivität des Systems und damit auch auf seine bestmögliche Versorgung hat“, sagte Reinhardt.

Patienten besser durchs komplexe Gesundheitswesen lotsen

Angesichts fehlender Praxen auf dem Land und zu voller Notaufnahmen empfehlen Berater der Bundesregierung eine grundlegende Neuorganisation des Gesundheitsangebots. Trotz vielfältiger Reformen gebe es im System weiterhin Über-, Unter- und Fehlversorgung, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Ferdinand Gerlach, bei der Vorstellung eines neuen Gutachtens am Montag in Berlin. Nötig sei eine gezieltere Steuerung. Patienten sollten besser informiert und durch das sehr komplexe Gesundheitswesen gelotst werden.

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