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Medizin

07. Februar 2019 Behçet-Syndrom: MR-Venographie zur Diagnostik einer chronischen Thrombose

Venenthrombose der unteren Extremität (DVT) ist die häufigste vaskuläre Manifestation des Behçet-Syndroms (BS). Derzeit ist die Doppler-Sonographie (USG) die am häufigsten bevorzugte Bildgebungsmodalität bei der Diagnose und Überwachung von Patienten mit akuter und chronischer Tiefen Venenthrombose (TVT). Die Magnetresonanz (MR)-Venographie, eine schnelle und nichtinvasive Bildgebungsmodalität, wird erfolgreich zur Erkennung von DVT in verschiedenen Einstellungen eingesetzt. Bislang lagen keine Studien mit MR-Venographie bei BS vor. Diese Forschungslücke soll nun geschlossen werden.
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Fachinformation
Morbus Behçet

Morbus Behçet, auch maligne Aphthose, ist eine systemische Autoimmunkrankheit, die eine Entzündung der Blutgefäße auslöst. In der Hauptsache sind kleine Venen und Kapillaren betroffen, es können aber Blutgefäße jeder Größe befallen sein. Die typische Symptomatik äußert sich in Aphthen im Mund und Intimbereich sowie in Entzündungen in den Strukturen des Auges. Die Ursachen der zum Rheumatischen Formenkreis zählenden Krankheit sind nicht abschließend geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel zwischen genetischen und Umweltfaktoren.

Forscher veröffentlichten im Journal „Internal and Emergency Medicine“ eine Studie, deren Ziel es war, den diagnostischen Wert einer schnellen Bildgebung mit der Magnetresonanztomographie (True-FISP MR) und der Doppler-USG bei der Beurteilung chronischer TVT bei Patienten mit BS zu vergleichen.

Studiendesign und Ergebnisse

Es wurden 28 BS-Patienten mit chronischer TVT der unteren Extremität untersucht. Gemeinsame Femur (CFV) und Femoralvene (FV) auf der rechten und linken Seite wurden auf Thrombose, Rekanalisation, Kollateralen und Reflux untersucht. In allen Doppler-USG-Aufnahmen von 28 Patienten (45 von 56 FV und 35 von 56 CFV) wurden chronische DVT-Befunde nachgewiesen, während die MR-Venographie bei 26 von 28 (93%) Patienten chronische thrombotische Veränderungen nachwies(43 von 52 FV und 28 von 28) 52 CFV).

Kollateralvenen wurden bei 19 Patienten (19/28) mit MR-Venographie nachgewiesen, während sie bei nur 7 (7/28) mit USG (P = 0,003) vorhanden waren. Patienten mit schwerem postthrombotischem Syndrom neigen außerdem häufiger zu einer Kollateralbildung im MR als Patienten ohne (12/14 vs. 7/14; P = 0,043).

Bei Patienten mit BS kann die MR-Venographie eine alternative oder zusätzliche Methode zum Nachweis einer chronischen Thrombose in den unteren Extremitäten sein.


Übers. sm

Quelle: Tutar, B. et al.: Assessment of deep venous thrombosis in the lower extremity in Behçet's syndrome: MR venography versus Doppler ultrasonography. In: Internal and Emergency Medicine, 2019. 2: 1-7.


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