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   26.10.2010
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Erbliche Faktoren: Hüftgold und die Gene

Mit extremem Übergewicht (Adipositas) steigt das Risiko für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Altersdiabetes. Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sind entscheidend, aber auch genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. In einer großen internationalen Studie wurden zahlreiche neue Risikogene für die Körpermasse sowie für die Fettverteilung an der Hüfte oder am Bauch entdeckt. Diese Ergebnisse wurden nun online in der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht. Beteiligt sind Wissenschaftler aus dem Nationalen Genomforschungsnetz (NGFN), darunter Mediziner der Universität Duisburg-Essen (UDE). Es gibt immer mehr Menschen mit starkem Übergewicht, die einen Körpermasseindex (BMI) von mehr als 30 kg/m² haben. Obwohl die Lebensumstände für das Dicksein (Adipositas) mitverantwortlich sind, tragen auch genetische Faktoren entscheidend zum individuellen Risiko bei: Bislang waren vierzehn Gene bekannt, die die Körpermasse und die Verteilung des Fettes an Bauch oder Hüfte beeinflussen.


Um weitere aufzuspüren, wurden in der internationalen Kooperation GIANT (Genetic Investigation of ANtropometric Traits) fast 250.000 Europäer untersucht. Dabei wurden 18 neue Genorte gefunden, die mit der Körpermasse zusammenhängen. Bei weiteren 13 Genorten zur Fettverteilung war auffallend, dass diese Effekte vor allem bei Frauen auftauchen.

Beteiligt waren dabei mehrere wissenschaftliche Teams aus dem Adipositas-Verbund, den UDE-Professor Johannes Hebebrand im Programm der Medizinischen Genomforschung koordiniert. Daten von etwa 33.000 Personen konnten so in die gigantische Studie einfließen.

Unter den 18 neu entdeckten genetischen Varianten für den BMI liegt eine nahe dem Gen POMC, das ein bestimmtes Prohormon prägt, das die unter anderem beim Hungergefühl eine Rolle spielt. Doch die meisten neuen Genorte waren zuvor nicht mit dem Energiestoffwechsel verknüpft worden. „Solche großen Studien erlauben ganz neue Einblicke in die Biologie des Energiestoffwechsels und der Gewichtsregulation. Zu klären ist, inwieweit diese Erkenntnisse auch therapeutisch nutzbar sind“, erklärt Professor Hebebrand.

Es ist eine neue Art der internationalen Zusammenarbeit: Dank der sehr hohen Probandenzahl ließen sich Genvarianten ermitteln, die man in einzelnen Studien niemals entdeckt hätte. Über 70 Einzelstudien haben dazu beigetragen, die neuen Genorte zu identifizieren.

Referenz: http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/pdf/ng.686.pdf

Weitere Informationen:
PD Dr. Anke Hinney, LVR-Klinikum Essen, Tel. 0201/95970-25, anke.hinney@uni-due.de; Prof. Dr. med. Johannes Hebebrand, LVR-Klinikum Essen, Tel. 0201/7227-466, Johannes.Hebebrand@uni-due.de
Weitere Informationen:
http://www.ngfn.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional

Quelle: Universität Duisburg-Essen

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Zuletzt geändert am: 26.10.2010