Montag, 24. September 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

18. September 2018

Accord Healthcare schließt Rabattverträge mit der AOK in den Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf- und Zentrales Nervensystem sowie Infektiologie

Accord Healthcare GmbH, die deutsche Tochtergesellschaft der internationalen Accord Healthcare Ltd., erhielt bei den jüngsten Ausschreibungen der AOK (Tranche 20) exklusive Zuschläge für 5 Wirkstoffe. Die Verträge für die Präparate aus den Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf- und Zentrales Nervensystem sowie der Infektiologie laufen vom 01. Oktober 2018 bis zum 30. September 2020.

© Africa Studio / Fotolia.com
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Keine eindeutige Wirkung von Hustenmedizin nachgewiesen

Zwar existieren zahlreiche Medikamente gegen Husten, Untersuchungen zu ihrer Wirksamkeit bei subakutem Husten wurden bisher aber nicht systematisch zusammengefasst. Forschende der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel haben nun 6 Studien zur Wirkung von Hustenmitteln untersucht. Keine der evaluierten Behandlungen zeigte dabei einen deutlichen Nutzen bei der Heilung von subakutem Husten, berichten die Forschenden im „British Journal of General Practice“.

Schallemissionsanalyse in der medizinischen Diagnostik

Um die „Bestimmung der Lockerung von Hüftendoprothesen mit Hilfe der Schallemission“ geht es bei einem Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Das Land Hessen fördert das Vorhaben mit 35.000 €. Projektleiter ist Dr. Jörg Subke, Professor für Biomechanik am Gießener Fachbereich Life Science Engineering. Kooperationspartner sind Prof. Dr. Burkhard Ziegler vom Fachbereich Maschinenbau und Energietechnik der THM, das Universitätsklinikum in Gießen und die Firma BoneDias in Greifenstein.

17. September 2018

Idiopathische pulmonale Fibrose: Extrazelluläre Vesikel liefern Signal zur Proliferation

Ein Münchner Wissenschaftlerteam ist den Entstehungsmechanismen der idiopathischen pulmonalen Fibrose (IPF) auf der Spur*: Bei IPF treten vermehrt extrazelluläre Vesikel auf, die ein Signalmolekül zu den Lungenzellen tragen, das für den Krankheitsverlauf wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielt. Weitere Studien sollen zeigen, ob sich die Vesikel als Biomarker oder für einen möglichen Therapieansatz eignen.

Adipositas: Phase-II-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Semaglutid

In einer weltweiten Studie haben Forscherinnen und Forscher erstmals die Wirksamkeit von Semaglutid wissenschaftlich untersucht. Mit diesem Medikament lässt sich künftig nicht nur das Gewicht reduzieren, sondern auch der Blutdruck verbessern. Die neuen in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Erkenntnisse bedeuten einen großen Fortschritt in der Adipositastherapie. Mitautor ist Prof. Andreas Birkenfeld, Leiter des Studienzentrums Metabolisch-Vaskuläre Medizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.

© hriana / Fotolia.com
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Rheuma als interdisziplinäre Herausforderung

Die körpereigene Abwehr patrouilliert durch den ganzen Körper: Die Botenstoffe der Immunzellen dringen in jedes Organ und jedes Gewebe vor. Für ihre Aufgabe, die Infektabwehr, ist das nötig. Bei Autoimmunkrankheiten und chronischen Entzündungen führt diese Schrankenlosigkeit der Immunzellen jedoch dazu, dass oft nicht nur ein Organ betroffen ist, sondern mehrere oder der gesamte Körper. Die Behandlung systemischer Entzündungen erfordert es daher, dass Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen eng zusammenarbeiten. Welche Möglichkeiten eine interdisziplinäre klinische Immunologie in Diagnostik und Differentialtherapie für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bietet und welche Herausforderungen damit verbunden sind, diskutierten Experten auf einer Pressekonferenz in Berlin im Vorfeld des 46. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

14. September 2018

Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Wir brauchen randomisierte Studien für Hochbetagte“

Herz- und Kreislauferkrankungen nehmen mit steigendem Alter zu. Ihre Diagnostik und Therapie gestalten sich bei Hochbetagten zugleich komplizierter, weil sie mit altersbedingten Faktoren wie zum Beispiel Komorbidität einhergehen. Evidenzbasierte Studien über Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden allerdings bisher meist an jüngeren Patientengruppen durchgeführt, sodass sich die Ergebnisse nicht auf über 80-Jährige übertragen lassen. Welche Maßnahmen notwendig sind, um das zu ändern, und was speziell die interventionelle Kardiologie für Hochbetagte leisten kann, damit beschäftigt sich Privatdozent Dr. Harald Rittger, Chefarzt der Klinik für Herz- und Lungenerkrankungen am Klinikum Fürth. „Interventionelle Kardiologie bei Hochbetagten“ heißt seine mit Spannung erwartete Keynote beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG), der vom 6. bis 8. September 2018 in Köln stattfindet.

Per Computersimulation zu Schmerzmedikamenten mit weniger Nebenwirkungen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Zuse-Instituts Berlin haben eine neue Generation von Schmerzmedikamenten entwickelt. Mit Hilfe von Computersimulationen haben sie neue Opioide entworfen, die ausschließlich an der Stelle der Verletzung oder Entzündung wirken. Damit können typische Nebenwirkungen von herkömmlichen Opioiden im Gehirn oder Darm vermieden werden. Die Substanzen wurden erfolgreich in vorklinischen Experimenten getestet. Die Studienergebnisse sind in den Fachjournalen Pain* und Scientific Reports** nachzulesen.

© fotos4people / Fotolia.com
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Chorea Huntington beginnt schon in der Kindheit

Obwohl die Symptome der tödlichen Huntington-Krankheit oftmals erst im Alter von 30 Jahren oder sogar später auftreten, wirkt das verursachende, mutierte Gen schon in der Kindheit. Diesen Rückschluss lassen neueste Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sowie der Universitäten Cardiff und Lund zu. Außerdem belegen die Forscher in ihren Studien, dass die Krankheit in diesem frühen Lebensabschnitt möglicherweise bereits mit Medikamenten therapiert werden könnte.

13. September 2018

Auch die Wissenschaft wird aus Fehlern klug

Ein mathematisches Modell zeigt, dass selbst scheinbar ergebnislose Studien den Erkenntnisgewinn beschleunigen. Wissenschaftliche Studien sollten stets und unabhängig von ihrem Ergebnis publiziert werden. Das ist eine der Schlussfolgerungen eines Forschungsprojekts des „Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren“ am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dessen Resultate nun im Fachblatt „PLOS ONE“ veröffentlicht wurden (1). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben anhand eines mathematischen Modells untersucht, welchen Einfluss einzelne Maßstäbe beim Erstellen von Studien auf die weitere Forschung haben.

Plaque-Psoriasis: Neuer, oraler, selektiver TYK2-Inhibitor erzielt in Phase-II-Studie Verbesserung der Hautsymptomatik

Daten einer Phase-II-Studie zu BMS-986165 bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis wurden bekannt gegeben. BMS-986165 ist ein oraler, selektiver Tyrosinkinase-2 (TYK2)-Inhibitor, der sich in der klinischen Prüfung befindet. Die Endpunkte zur Wirksamkeit, einschließlich der Reduktion des Psoriasis Area and Severity Index (PASI) um ≥ 75% und 90% (PASI 75, PASI 90), wurden nach 12 Wochen unter täglicher Einnahme von ≥ 3 mg BMS-986165 erreicht – bei einem günstigen Nutzen-Risiko-Profil. Die am häufigsten beobachteten unerwünschten Ereignisse waren Nasopharyngitis, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit und Infektionen der oberen Atemwege.

Evolocumab bereichert kardiovaskuläre Sekundärprävention

Bei Erwachsenen mit Myokardinfarkt, apoplektischem Insult oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit lässt sich durch die Senkung des erhöhten LDL-Cholesterins das kardiovaskuläre Risiko deutlich eindämmen. Dazu werden in aller Regel potente Statine eingesetzt. Für Patienten mit Hypercholesterinämie in der Sekundärprävention besteht jedoch das Risiko weiterer Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Sie profitieren jetzt von der durch die Europäische Kommission erweiterten Indikation für den PCSK9-Inhibitor Evolocumab (Repatha®).

Biologika und Biosimilars: Eindeutige Rückverfolgung bei unerwünschten Ereignissen nicht immer möglich

In der europäischen Union haben die originalen Biologika und ihre Biosimilars denselben Wirkstoffnamen (INN). Wirkstoffbezogene Nebenwirkungsmeldungen können daher nicht immer eindeutig zugeordnet werden. In der Praxis führt das dazu, dass mehrere Hersteller dieselbe Meldung parallel bearbeiten müssen, ohne dass festgestellt werden kann, bei welchem Präparat die Nebenwirkung tatsächlich aufgetreten ist. Diese Information wäre aber für alle Beteiligten – Patienten, Ärzte, Apotheker und Hersteller – wichtig.

© Klaus Aktories
© Klaus Aktories

Mechanismus, wie Toxine des resistenten Bakteriums Clostridium difficile in Darmzellen eindringen, aufgeklärt

Die Therapie bakterieller Infektionen mit Antibiotika schädigt häufig die Darmflora und führt zu Durchfall und Darmentzündungen. Oftmals sind Bakterien wie Clostridium difficile, die gegen Antibiotika resistent sind, dafür verantwortlich. Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. Klaus Aktories vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität Freiburg hat in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Andreas Schlosser vom Rudolf-Virchow-Zentrum in Würzburg gezeigt, wie die giftigen Proteine des Keims in die Darmzellen eindringen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht.

hATTR: Inotersen wirksam bei Krankheitsverlauf und Lebensqualität

Mit Inotersen (Tegsedi®) steht jetzt die erste und einzige subkutane Fertigspritze für die Behandlung der Polyneuropathie bei hereditärer Transthyretin-Amyloidose (hATTR) zur Verfügung. Bei der Vorstellung des neuen Medikaments anlässlich des ESC in München waren sich die Experten einig: Die signifikante, anhaltende Stabilisierung des Krankheitsverlaufs und das Plus an Lebensqualität (1) sind ein wesentlicher Fortschritt in der Therapie dieser seltenen und lebensbedrohlichen Krankheit. Die Anwendung zu Hause bedeutet gleichzeitig mehr Freiheit für den Alltag der Patienten. Das parallel entwickelte Sicherheitskonzept mit regelmäßigen Laborkontrollen zeigt ein überzeugendes Risikomanagement.

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"Vorsorge für den Ernstfall" - Verbraucherinformation der DKV

Ein schlimmer Unfall oder eine schwere Krankheit kann Menschen in eine Situation bringen, in der sie sich nicht mehr mit dem Arzt verständigen können. Dann hilft eine Patientenverfügung: Hier kann jeder festlegen, welche medizinische Versorgung er im Notfall wünscht – und welche nicht. Das Dokument entlastet auch die Angehörigen, die als Betreuer sonst Entscheidungen über lebenserhaltende Maßnahmen treffen müssten. Wie eine Patientenverfügung aussehen muss, damit sie gültig ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Er erklärt außerdem, wie die Verfasser sicherstellen können, dass Ärzte im Notfall von ihrer Patientenverfügung erfahren und wie sie das Dokument ändern können.

Rolle der Selbstmotivation bei schweren Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD

Neben den oft schweren körperlichen Einschränkungen leiden Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung häufig auch an starken seelischen und psychischen Belastungen. Die Angst vor Atemnot, vor dem Fortschreiten der Krankheit oder vor sozialer Ausgrenzung kann auf Dauer Mutlosigkeit und Depressionen nach sich ziehen. Ein Teil der Therapie kann daher auch die Behandlung psychischer Belastungen sein sowie das Erlernen von Ansätzen, sich in schwierigen Zeiten selbst zu motivieren.

Balance halten – Rücken stärken!

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Rückenfit an der frischen Luft

Zum 17. Mal findet am 15. März 2018 der Tag der Rückengesundheit statt. Das diesjährige Motto „Rückenfit an der frischen Luft“ möchte dazu motivieren, sich mehr in der Natur zu bewegen und sportliche Aktivitäten im Freien zu genießen. Frische Luft belebt Körper und Geist und Tageslicht sorgt zusätzlich für gute Laune. Initiiert und organisiert wird der Aktionstag von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Rund um den 15. März finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Aktionen statt.

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte

Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen Kindes ein Bild zu machen – und so bei Krankheitssymptomen dafür sorgen zu können, dass ihr Kind rasch behandelt und dessen Leben solange wie möglich erhalten werden kann,“ erklärte die Niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt am Donnerstag, 19. Januar 2017, bei einem Pressegespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Experten der Klinik für Kinderchirurgie und der Techniker Krankenkasse stellten mit Unterstützung der Ärztekammer Niedersachsen die Einführung des bundesweit einmaligen Pilotprojektes vor.