Dienstag, 22. Januar 2019
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Aktuelle Infos für Ärzte

16. Januar 2019

© prudkov / Fotolia.com
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Posttraumatische Belastungsstörung: Schlafstörungen verstärken Symptomatik

Schlafprobleme könnten entscheidenden Einfluss darauf haben, dass Menschen nach schwer belastenden Erlebnissen eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Hierfür haben Trauma-Forscherinnen der Universität des Saarlandes in einer Schlafstudie Hinweise gefunden. Die Ergebnisse der Forschergruppe von Psychologie-Professorin Tanja Michael sprechen dafür, dass traumatische Ereignisse Schlafstörungen auslösen, die ihrerseits gedächtnisbezogene Symptome, wie Flashbacks oder Erinnerungslücken, verursachen. Mit ihren Ergebnissen wollen die Forscherinnen gezielt Trauma-Therapien verbessern und diese um eine Schlaf-Therapie ergänzen.

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Forschung: Immunzellaktivierung bei Alzheimer

Mutationen des Gens TREM2 können das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, erheblich erhöhen. In einer aktuellen Studie beleuchten Wissenschaftler des DZNE und der Ludwig-Maximilians-Universität München, warum TREM2 für die Gesundheit des Gehirns so wichtig ist. Sie zeigen, dass TREM2 Immunzellen des Gehirns dazu aktiviert, vor allem im frühen Krankheitsstadium toxische Ablagerungen zu beseitigen. Die in der Zeitschrift „Nature Neuroscience“ veröffentlichte Studie hat wichtige Implikationen für die Entwicklung neuer Medikamente.

© Kateryna_Kon / Fotolia.com
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Epstein-Barr-Viren: Neue Impfstrategie

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) ist weit verbreitet, und meist bleibt die Infektion ohne Folgen. Doch das Virus kann auch schwer krank machen. Einen wirksamen Impfschutz gibt es bislang nicht, da der Erreger schwer zu fassen ist. Jetzt haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg eine neue Strategie für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen EBV entwickelt, der das Immunsystem zeitgleich auf verschiedene Stadien des Erregers vorbereitet. Die Forscher sind davon überzeugt, damit einen entscheidenden Fortschritt bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen EBV erreicht zu haben.

© georgerudy / Fotolia.com
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Zweitmeinung bei Operationen: Entscheidungshilfen sollen Patienten unterstützen

Mit insgesamt 6 neuen Entscheidungshilfen unterstützt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Patientinnen und Patienten bei der Entscheidung über bestimmte, nicht eilige Operationen. 4 bereits 2018 veröffentlichte Entscheidungshilfen richten sich an Frauen, denen eine Entfernung der Gebärmutter empfohlen wird. 2 weitere sind vor allem für Eltern gedacht, deren Kindern eine Mandeloperation nahegelegt wird. Diese beiden Entscheidungshilfen hat das Institut jetzt publiziert.

© CLIPAREA.com / Fotolia.com
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Deutsches Aortenklappenregister: Qualitätssicherung nutzt Patienten und herzmedizinischer Forschung

GARY lautet die englische Abkürzung für das Deutsche Aortenklappenregister (German Aortic Valve Registry), einem wissenschaftlichen Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie- Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK), gefördert von der Deutschen Herzstiftung. Oberstes Ziel des Registers: Die Qualität der Behandlung von Patienten mit operationsbedürftigen Aortenklappenerkrankungen zu sichern, den Einsatz neuer Therapieverfahren wissenschaftlich zu begleiten und insbesondere, durch wichtige Erkenntnisse zur besseren Lebensqualität der Betroffenen beizutragen.

15. Januar 2019

Pulmonale Hypertonie: Wirkung von Braunalgenextrakt experimentell nachgewiesen

Pulmonale Hypertonie (PH) ist eine schwere Krankheit der Lunge und des Herzens – und sie ist nicht heilbar. Zwar können Medikamente das Leiden Betroffener lindern, dennoch nimmt die Erkrankung in der Regel einen fortschreitenden und lebensbedrohlichen Verlauf, sodass letztlich eine Lungentransplantation erforderlich ist. „Charakteristisch für die pulmonale Hypertonie ist der krankhaft erhöhte Blutdruck im Lungenkreislauf, der zu Atemnot und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit führt“, erklärt der Gießener Lungenforscher Prof. Dr. Ralph Schermuly, Zentrum für Innere Medizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Er forscht mit seinem Team am Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL, Hauptsitz an der JLU) an neuen Therapien gegen Lungenhochdruck. Der unheilvolle Kreislauf bei dieser Krankheit: Damit die Lunge gut durchblutet wird, muss das rechte Herz stark pumpen, was langfristig zu mehr Muskelmasse des rechten Herzens und schließlich zu einer Herzmuskelschwäche führt.

Mesenchymale Stammzellen: autonome Kontrolle der Knorpelbildung

Bei erwachsenen Menschen finden sich Mesenchymale Stammzellen (MSCs) hauptsächlich im Knochenmark. MSC spielen eine wichtige Rolle bei der Reparatur beschädigter Organe. Die Umwandlung einer einzelnen MSC in ein komplexes Gewebe wie Knorpel startet mit dem Zusammenschluss dieser mit anderen MSC. Bei diesem Prozess werden mikroskopisch kleine Cluster gebildet. Bisher war nur bekannt, dass dieser Verdichtungsprozess für die Skelettentwicklung wichtig ist. Die genaue Rolle, die er bei der Bildung von Knochen und Knorpel spielt, war jedoch unklar. Ein Team um Prof. Dr. Prasad Shastri und Dr. Melika Sarem vom Institut für Makromolekulare Chemie der Universität Freiburg entdeckte Hinweise auf eine autonome Kontrolle der Knorpelbildung in den Stammzellen.

© Adiano / Fotolia.com
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Gastroösophageale Refluxkrankheit: Add-on-Therapie erhöht Patientenzufriedenheit

Bei Patienten mit chronischer Gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) bilden Protonenpumpeninhibitoren (PPI) die leitlinienkonforme Standardtherapie (1). Dennoch sind unter diesem Dauerbehandlungsansatz ca. 20% der Betroffenen mit dem Ergebnis unzufrieden (2). Randomisierte, kontrollierte Studien haben gezeigt, dass eine Add-on Alginat-Therapie wirksam ist, um GERD-assoziierte Symptome besser zu kontrollieren (3,4). In einer prospektiven Beobachtungsstudie wurde untersucht, ob diese Add-on-Therapie nicht nur die Symptomkontrolle, sondern auch die Patientenzufriedenheit verbessern kann. Die Ergebnisse deuten an, dass die Hinzunahme von Alginat bei unzureichender GERD-Symptomkontrolle eine neue, sichere und wirksame Option darstellt, um die Therapiezufriedenheit zu verbessern.

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Reizdarmsyndrom: Mikro-Entzündungen lösen Symptome aus

Nach einer Analyse zahlreicher Einzelstudien (1), wird am Dogma, dass Reizdarm primär psychische Ursachen hat, gerüttelt: Die vorliegenden Beweise sprechen dafür, dass zahlreiche kleine Entzündungen im Darm und auf Nervenebene die Reizdarmsymptome auslösen und verstärken — so lautet das Fazit der Autoren. Lange Zeit hat man bei dieser „funktionellen Erkrankung“ keine organischen Ursachen gefunden, sodass vorwiegend psychische Probleme als Ursache bei Reizdarm diskutiert wurden.

Antikoagulation: Real-world-Daten zu hochaltrigen Patienten

Auf dem Kongress der American Heart Association (AHA) 2018 wurden neue Real-world-Daten (RWD) einer Subanalyse der ARISTOPHANES*-Studie aus dem US-Versorgungsalltag präsentiert. Darin wurde die Effektivität und Verträglichkeit von nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOACs), darunter auch Apixaban, bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) untersucht, die 80 Jahre und älter waren (n=46.208). In dieser Analyse war die Anwendung von Apixaban mit niedrigeren Raten bei sowohl Schlaganfällen/systemischen Embolien (Hazard Ratio [HR]: 0,65; 95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,47-0,89) als auch schweren Blutungen (HR: 0,60; 95 %-KI: 0,49-0,73) im Vergleich zu Dabigatran assoziiert (1). Auch im Vergleich zu Rivaroxaban war Apixaban mit niedrigeren Raten bei Schlaganfällen/systemischen Embolien (HR: 0,72; 95 %-KI: 0,59-0,86) sowie schweren Blutungen (HR: 0,50; 95 %-KI: 0,45-0,55) assoziiert (1).

Schizophrenie: Antipsychotikum zur Behandlung primärer Negativsymptome

Im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) vom 28. November bis 1. Dezember 2018 in Berlin wurden die pharmakologische Behandlung der primären Negativsymptomatik, die Ergebnisse der klinischen Studien mit Cariprazin und die Rolle dieses Atypikums bei der Therapie von schizophrenen Patienten mit überwiegender Negativsymptomatik diskutiert.

© fotomek / Fotolia.com
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Seltene Lungenerkrankung: Heimselbsttherapie bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Bei Patienten mit der seltenen Lungenerkrankung Alpha-1-Antitrypsin (A1-AT)-Mangel kann die Behandlung mit Humanem Alpha1-Proteinase-Inhibitor den Abbau von Lungengewebe effektiv verlangsamen (1, 2).* Einige Patienten jedoch empfänden unter anderem die wöchentliche Fahrt zum Arzt für die nötige i.v. Infusion als umständlich, sagte PD Dr. Timm Greulich, Marburg (3). In solchen Fällen kann eine Heimselbsttherapie geeignet sein, wie erste gute Erfahrungen aus den USA belegen (4).

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Was Eltern über Zöliakie wissen sollten

„Zöliakie?? Keine Angst!“, heißt es auf einem Informations-Portal, das seit Kurzem online kostenlos zur Verfügung steht. Der von der Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erarbeitete Online-Kurs www.zoeliakie-verstehen.de bildet den maßgeblichen Teil des EU-Projekts Focus IN CD (Fokus auf Zöliakie). Das Lernprogramm soll Betroffenen aktuelles und umfassendes Wissen zu Zöliakie bieten und medizinisches „Fachchinesich“ anschaulich erklären. Ein weiterer Kurs für Ärzte und Gesundheitspersonal ist derzeit in Vorbereitung, um so die Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit Zöliakie in Zentraleuropa verbessern. An dem Gesamtprojekt sind zwölf Partnerorganisationen aus Deutschland, Slowenien, Ungarn, Kroatien und Italien beteiligt.