Dienstag, 23. Januar 2018
Navigation öffnen
Anzeige:

Aktuelle Infos für Ärzte

10. Januar 2018

Dystrophe Epidermolysis bullosa: Bindegewebe bestimmt bakterielle Zusammensetzung auf der Haut mit

Bislang galt das Bindegewebsprotein Kollagen VII als Stabilitätsanker der Haut. Fehlt es, wirft die Haut bei geringsten Belastungen Blasen und reißt auf. Mediziner sprechen von dystropher Epidermolysis bullosa (EB), auch Schmetterlingskrankheit genannt. Dass Kollagen VII auch eine zentrale Rolle in der angeborenen Immunabwehr spielt, wiesen nun Forscher des Universitätsklinikums Freiburg nach. Sie zeigten bei Mäusen, dass Kollagen VII in der Milz vorkommt und dort steuert, wie stark Immunzellen Bakterien angreifen. Ohne das Bindegewebsprotein wird die Haut stärker bakteriell besiedelt und es kann zu Infektionen kommen. Das bestätigte sich auch bei EB-Patienten.

© ia_64 / Fotolia.com
© ia_64 / Fotolia.com

Neue deutsche Asthma-S2k-Leitlinie empfiehlt Tiotropium

Über 10 Jahre nach der letzten Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Asthma bronchiale legen die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und die Deutsche Atemwegsliga (DAL) eine neue Fassung vor. Wie bisher folgen die Therapieempfehlungen einem Stufenschema, das sich am Grad der Asthma-Kontrolle und am Schweregrad der Erkrankung orientiert. Dabei wurde erstmals eine fünfte Stufe eingeführt und der Einsatz von Tiotropium als Zusatztherapie ab Stufe 4 empfohlen. „Vor Einsatz von Biologika in der Therapie des schweren Asthmas (Stufe 5) wird empfohlen, das langwirksame Anticholinergikum Tiotropium bei Patienten in Stufe 4 einzusetzen, die unter hochdosiertem inhalativem Kortison und einem langwirksamen inhalativen Beta2-Sympathomimetikum (ICS/LABA) noch Symptome haben“, erklärt Prof. Johann Christian Virchow, Direktor der Abteilung Pneumologie und Interdisziplinäre Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinik Rostock. Spiriva® (Tiotropium) Respimat® ist das einzige langwirksame Anticholinergikum mit Asthma-Zulassung.* Umfangreiche klinische Daten belegen, dass Tiotropium Respimat® als Zusatztherapie* signifikant die Lungenfunktion verbessert und bei Patienten unabhängig von untersuchten Baselinecharakteristika das Risiko für eine erste Asthma-Verschlechterung und einen ersten schweren Asthma-Anfall im Vergleich zu Placebo reduziert.

Nobelpreis für die Erforschung der inneren Uhr verliehen

Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie 2017 wurde an die US-Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young für die Entschlüsselung der molekulargenetischen Grundlagen zentraler Regelmechanismen der „inneren Uhr“ vergeben (1). Bereits Jahrzehnte vor ihren bahnbrechenden Erkenntnissen war klar, dass lebende Organismen eine innere biologische Uhr haben müssen, die den lebenswichtigen Rhythmus des externen Taktgebers Sonne vorausnehmen und sich an die normalen Tagesrhythmen anpassen kann. Die Erkenntnisse von Hall, Rosbash und Young zur inneren Uhr beeinflussten seither die Chronobiologie erheblich. Heute spielt diese Wissenschaft in vielen Bereichen der Medizin eine wichtige Rolle, vor allem in den Neurowissenschaften oder der Schlafforschung. Ein ausgewiesener Experte für chronobiologisch bedingte Schlafstörungen ist Prof. Dr. Peter Young von der Klinik für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen der Universität Münster. Er bewertet die jetzt mit dem Nobelpreis bedachten Forschungsergebnisse als grundlegend für die moderne Schlafmedizin.

Tapentadol bei chronischen Schmerzpatienten entlastet das ärztliche Budget und reduziert den Arbeitsaufwand

In Deutschland leiden etwa 17% aller Erwachsenen an chronischen Schmerzen. Deutlich über die Hälfte davon, rund 61%, sind chronische Rückenschmerzpatienten (1). Neben dem Leid der Betroffenen und den daraus resultierenden häufigen Arztbesuchen stellen chronische Schmerzerkrankungen auch wegen der hohen Behandlungskosten eine große Herausforderung dar. Hinzu kommt eine große volkswirtschaftliche Belastung durch kurz- und langfristige Arbeitsausfallzeiten, Krankengeld und Frühberentungen. Hinsichtlich der direkten und indirekten Kosten spielt es aber offenbar eine entscheidende Rolle, welches Analgetikum Ärzte verordnen. Dies zeigen Daten einer nicht-interventionellen Studie, denen zufolge Tapentadol retard (Palexia® retard) aufgrund seiner starken Wirksamkeit und seines guten Nebenwirkungsprofils den Bedarf an Begleitmedikation und therapiebegleitenden Maßnahmen wie Physiotherapie deutlich reduziert (2). Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage ging im Vergleich zur Vortherapie um rund 60% zurück (3). Somit zahlt sich die Behandlung mit Tapentadol volks- und betriebswirtschaftlich gleichermaßen aus. Die wirtschaftliche Verordnung des Analgetikums ist dabei durch mehr als 100 Rabattverträge gegeben (4).

© CLIPAREA.com / Fotolia.com
© CLIPAREA.com / Fotolia.com

Akute Colitis ulcerosa: Mesalazin-Tabletten mit neuer Wirkstärke

Für Patienten mit akuter Colitis ulcerosa wird die orale Behandlung vereinfacht. Ab dem 15.02.2018 wird das Angebot an Mesalazin-Tabletten um eine neue Wirkstärke erweitert. Ergänzend zur 250mg- und 500mg-Dosierung steht dann die hoch dosierte Salofalk® 1g Tablette zur Verfügung. Die tägliche Dosierung von nur noch 3 x 1 Tablette á 1g statt bisher 3 x 2 Tabletten á 500 mg dürfte sich günstig auf die Therapietreue der Patienten und damit auf den Behandlungserfolg auswirken.

09. Januar 2018

Januskinase-Inhibition als Wirkmechanismus in der Therapie von Colitis ulcerosa

Ausschlaggebend für die Therapieentscheidung bei Patienten mit Colitis ulcerosa ist die Krankheitsschwere. Laut Dr. Lena Dietz, Medical Affairs bei Pfizer, Berlin, ist es derzeit immer noch so, dass trotz verfügbarer Therapeutika ein ungedeckter Bedarf für die Behandlung von Colitis-Patienten besteht. Die Anwendung des Januskinase(JAK)-Inhibitors Tofacitinib stellt jetzt eine Möglichkeit für eine wirksame Behandlung dar.

Ballaststoffreiche Nahrung beeinflusst positiv die Knochenfestigkeit

Forscher haben in Nature Communications Ergebnisse veröffentlicht, wonach eine ballaststoffreiche Kost den Krankheitsverlauf bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen positiv beeinflussen und zu einer Stärkung der Knochen führen kann. Im Fokus der Forscher stehen dabei die kurzkettigen Fettsäuren Propionat und Butyrat, die innerhalb von Gärprozessen der Darmbakterien gebildet werden. Diese Fettsäuren sind unter anderem in der Gelenkflüssigkeit zu finden und man nimmt an, dass sie einen wichtigen Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit der Gelenke haben.

© Yerkes National Primate Research Center, Emory University, Atlanta (USA)
© Yerkes National Primate Research Center, Emory University, Atlanta (USA)

Warum infizierte Affen kein AIDS entwickeln: Unterschied zum Immunsystem des Menschen entdeckt

Einige Affenarten entwickeln niemals eine Immunschwäche, obwohl sie mit einem engen Verwandten des AIDS-Erregers infiziert sind. Eine internationale Forschergruppe hat nun molekulare Unterschiede zum menschlichen Immunsystem identifiziert, die das "friedliche Zusammenleben" der Affen mit dem Virus erklären könnten. Diese Erkenntnisse könnten auf längere Sicht dazu beitragen, die HIV-Therapie beim Menschen zu verbessern.

Multiple Sklerose: Cholesterin-Kristalle verhindern Reparatur im Zentralnervensystem

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der Immunzellen fettreiche Myelinscheiden der Nervenfasern abbauen. Der Wiederaufbau intakter Myelinscheiden ist notwendig, damit sich Patienten von ihren Behinderungen erholen. Aber die Fähigkeit zur Regeneration nimmt mit dem Alter ab. Forscher liefern jetzt dafür eine mögliche Erklärung: Fettmoleküle aus der Myelinscheide, die nicht rasch aus Fresszellen abtransportiert werden, können eine chronische Entzündung auslösen. Dies verhindert den Wiederaufbau der Myelinhüllen (1). Zudem beschreiben die Wissenschaftler Zellen, die nur dann erscheinen, wenn eine Myelinscheide neu gebildet wird (2).

08. Januar 2018

Diabetestherapie älterer Patienten: Verträglichkeit und Lebensqualität als oberstes Ziel

Mit der zunehmenden Lebenserwartung steigen die Herausforderungen in der Diabetes-Therapie. Auf einem Symposium im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2017 in Mannheim gaben Experten Tipps, wie Ärzte die Diabetestherapie älterer Patienten individuell gestalten und dadurch bestmöglich optimieren können. Das oberste Ziel müsse immer die Verträglichkeit therapeutischer Maßnahmen sein, stellte Dr. Hans-Martin Reuter, Jena, in seinem Vortrag heraus.

Start einer Langzeit-Follow-up-Studie mit ABX464 zur Behandlung von Colitis ulcerosa

Gerade wurde bekannt, dass das Follow-up-Protokoll für ABX464-102 von der Zulassungsbehörde und der zuständigen Ethikkommission in Belgien genehmigt wurde. Die neue 12-monatige Open-Label-Follow-up-Studie (ABX464-102) wird Patienten aus der laufenden Proof-of-Concept-Studie zur Behandlung von Colitis ulcerosa (ABX464-101) einschließen, die positiv auf die Behandlung mit ABX464 reagieren. Die Genehmigung wurde auf Basis der beobachteten Anwendungssicherheit in präklinischen Langzeitstudien erteilt.

© denisismagilov  / Fotolia.com
© denisismagilov / Fotolia.com

Herzinfarkt: Ältere Frauen zu spät im Krankenhaus

„Der Unterschied zwischen älteren Frauen und allen anderen von uns untersuchten Gruppen, nämlich jüngeren Frauen unter 65 Jahren, sowie Männern über und unter 65 Jahren, ist eklatant“, sagt der DZHK-Wissenschaftler Prof. Karl-Heinz Ladwig, Gruppenleiter am Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München und Professor für psychosomatische Medizin an der Technischen Universität München. Bei älteren Frauen vergehen durchschnittlich über 4,5 Stunden bis sie in der Notaufnahme sind, bei jungen Frauen sind es hingegen knapp 2,5 Stunden. Auch junge und alte Männer stehen besser da: Bei über 65-jährigen Männern dauert es über 3,5 Stunden gegenüber gut 3 Stunden bei jungen Männern, bis sie im Krankenhaus untersucht werden. Anders als bisher angenommen, ist es also weder allein das Alter noch das Geschlecht sondern die Kombination aus Alter und weiblichem Geschlecht, die zu langen Entscheidungszeiten zwischen Auftreten der ersten Herzinfarkt-Symptome und der Versorgung in einer Notaufnahme führt. Dabei zählt bei einem Herzinfarkt jede Minute.

Herz-Lungen-Maschine mit weltweit kleinstem Füllvolumen

Das Deutsche Herzzentrum Berlin hält einen offiziellen Rekord der „Guinness World of Records“-Gesellschaft: Nach sorgfältiger Prüfung hat Kardiotechniker Wolfgang Böttcher jetzt das offizielle Zertifikat für die Herz-Lungen-Maschine mit dem weltweit kleinstem Füllvolumen erhalten. Hinter diesem exotisch klingenden Weltrekord stehen jahrzehntelange Entwicklungsarbeit und die Möglichkeit, komplizierte Herzoperationen an Neugeborenen ohne Fremdblut-Konserven durchführen zu können. Was für die Babys erhebliche Vorteile hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich

In Deutschland werden jedes Jahr über 500 klinische Forschungsstudien zu neuen Therapien und Medikamenten durchgeführt. Ein Großteil betrifft Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD, Arthrose oder Schuppenflechte und richtet sich an chronisch kranke Patienten. Leider weiß die Mehrheit dieser Patienten nichts über aktuelle Studien und die Möglichkeiten, die sich daraus für sie ergeben können. Hier setzt das Aufklärungsprinzip von Mondosano an und bietet einfach aufbereitete Informationen zu neuen Therapieformen und Forschungsprojekten. Bei Interesse vermittelt Mondosano den Patienten zusätzlich in eine für ihn geeignete Studie.

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte, leichtem Kopfweh, Unruhegefühl, schnellerem Schwitzen unter Belastung auftritt und der Patient keine ernsten Beschwerden hat. Dann handelt es sich um eine Bluthochdruck-Krise.

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense

Nur wer die wesentlichen Vorgänge von Migräne- und Kopfschmerz-Attacken in seinem Körper versteht, erlangt genug Orientierung und Kompetenz im Umgang mit seiner Krankheit. Darum haben wir von der Migräne und Kopfschmerz-App M-sense ein Blog gestartet, in dem wir unsere Expertise teilen und diskutieren: von aktuellen Studien bis zur weiterführenden Link-Sammlung, von Erfahrungen, Rückschlägen und Hilfe. Doch vor allem möchten wir hier Wissen, Kompetenz und Verständnis vermitteln. Die M-sense-Nutzer sollen ebenfalls zu Wort kommen, schließlich sind die meisten mittlerweile selbst zum Experten für ihre Krankheit geworden. In kurzen Interviews werden verschiedene Nutzer und ihre Erfahrungen vorgestellt.

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen

Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.