Montag, 24. September 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

13. September 2018

© Sebastian Kaulitzki  / Fotolia.com
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Teufelskreis führt zu Verlust von Gehirnzellen im Alter

Der CB1-Rezeptor ist für die berauschende Wirkung von Cannabis verantwortlich. Zusätzlich dient er aber wohl auch als eine Art „Sensor“, mit dem Neuronen die Aktivität bestimmter Immunzellen im Gehirn messen und kontrollieren. In diese Richtung deutet zumindest eine aktuelle Studie der Universität Bonn. Fällt der Sensor aus, können chronische Entzündungen die Folge sein – vermutlich der Auftakt zu einem gefährlichen Teufelskreis. Die Publikation ist online in der Zeitschrift Frontiers in Molecular Neuroscience erschienen (1).

Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie ausgeschrieben

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) verleiht seit 1986 zusammen mit der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) jährlich den DEUTSCHEN SCHMERZPREIS – Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie. Mit ihm werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich durch wissenschaftliche Arbeiten über Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände verdient gemacht oder die durch ihre Arbeit oder ihr öffentliches Wirken entscheidend zum Verständnis des Problemkreises Schmerz und den davon betroffenen Patienten beigetragen haben.

12. September 2018

Atopische Dermatitis: Die Zukunft der Systemtherapie hat begonnen

Permanenter Juckreiz – und sich nicht kratzen dürfen. Mit dieser Situation sehen sich viele Patienten mit atopischer Dermatitis konfrontiert. Den Teufelskreis aus Jucken und Kratzen sowie die daraus resultierende Belastung für die Patienten verdeutlichte Prof. Dr. Dr. Sonja Ständer, Leiterin des Kompetenzzentrums chronischer Pruritus der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Münster, auf dem Symposium von Sanofi Genzyme anlässlich der 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie. Die Zulassungsstudien für den vollständig humanen monoklonalen Antikörper Dupilumab (Dupixent®) demonstrierten bereits innerhalb weniger Tage nach Beginn der Therapie eine Besserung des Hautbilds bis hin zu fast erscheinungsfreier Haut und einen starken Rückgang des Juckreizes (1,2).

Topische Psoriasis-Behandlung: Auf die Galenik kommt es an

Bei der topischen Therapie von Patienten mit Psoriasis vulgaris spielen nicht nur die Wirkstoffe eine Rolle, sondern auch deren Galenik (1). Das wurde bei einem Seminar im Rahmen der 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI) in München deutlich. Eine besondere Galenik weist Enstilar® Sprühschaum auf, der die Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason Dipropionat enthält (2). Diese Galenik ermöglicht eine stärkere Hautpenetration und führt – wie eine klinische Studie belegt – zu einer signifikant besseren Wirksamkeit im Vergleich zur wirkstoffgleichen Salbe (3,4). Aktuelle Praxisdaten bestätigen zudem eine hohe Zufriedenheit von Ärzten und Patienten mit dem Sprühschaum (5). Vermehrt gibt es auch gute Erfahrung mit der Anwendung von Enstilar auf der Kopfhaut. Patienten mit einer Psoriasis capitis leiden ungemein unter starkem Jucken (Pruritus). Auch hier kann Enstilar Abhilfe schaffen (6).

© Alexandr Mitiuc / Fotolia.com
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COPD-Exazerbationen verhindern oder zielgerichtet behandeln

Exazerbationen zu erkennen und wirksam zu behandeln, ist entscheidend bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Denn sie sind nicht nur belastend, sondern stellen einen wesentlichen Prognosefaktor im Verlauf der Erkrankung dar. Darüber waren sich die Referenten beim Chiesi-Symposium im Rahmen der 11. Pneumologischen Praxistage in Berlin einig. Prof. Dr. Adrian Gillissen, Ermstalklinik Bad Urach, verwies darauf, dass jede Exazerbation ein guter Prädiktor für eine weitere sei: „Die Exazerbation ist ein Risikofaktor an sich. Je schwerer und häufiger sie auftritt, desto schneller ist die Krankheitsprogression und desto schlechter die Überlebensprognose.“ „Noch besser ist es jedoch, Akutschübe zu vermeiden“, ergänzte PD Dr. Christian Geßner, niedergelassener Pneumologe aus Leipzig.

© Kateryna_Kon / Fotolia.com
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Hepatitis C: Hausärzte spielen zentrale Rolle bei Früherkennung

Geht es nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO), so soll Hepatitis C bis zum Jahr 2030 weltweit eliminiert sein (1). Um dieses Ziel in Deutschland zu erreichen, bleibt noch viel zu tun. Schätzungen zufolge sind 200.000 Hepatitis C-Patienten in Deutschland nicht diagnostiziert (2). Sofern sie entdeckt und behandelt wird, ist die Erkrankung bei fast allen Patienten heilbar*. Bei der Früherkennung können vor allem Hausärzte eine zentrale Rolle spielen.

© psdesign1/ Fotolia.com
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Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern: Apixaban zeigt gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen

Im Zeitraum 2017 bis zum Jahr 2030 könnten in Deutschland laut einer Studie des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR (1) durch den Einsatz von Apixaban (Eliquis®) in der Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) verglichen mit Warfarin zusätzlich 52.185 schwere klinische Ereignisse vermieden werden – darunter 14.319 Todesfälle (1)*. Volkswirtschaftlich betrachtet führt die dadurch gewonnene Lebenszeit zu 5,47 Mrd. Euro an potentiellen Bruttowertschöpfungseffekten bis zum Jahr 2030 (2). Daraus wären Einkommensteuereinnahmen in Höhe von 185,4 Mio. Euro sowie ein Plus an Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 513,7 Mio. Euro möglich (2).

HFrEF: Mehr Leben(squalität), weniger Krankenhausaufenthalte mit rechtzeitiger Einstellung auf Sacubitril/Valsartan

Die Ergebnisse der im Rahmen des ESC-Kongresses 2018 vorgestellten TRANSITION-Studie belegen, dass der Einsatz von Sacubitril/Valsartan (Entresto®) bei stabilisierten Herzinsuffizienz-Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) nach akutem Event und noch während des Aufenthaltes im Krankenhaus ein vergleichbares Sicherheitsprofil aufweist wie der Therapiebeginn nach der Entlassung (1). 83% der chronischen Herzinsuffizienz-Patienten werden mind. 1x innerhalb des Krankheitsverlaufs aufgrund eines akuten kardiovaskulären Ereignisses hospitalisiert, rund die Hälfte (43%) mind. 4x (2). Aktuelle Daten bestätigen den positiven Effekt der rechtzeitigen Umstellung auf Sacubitril/Valsartan auf den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität bei cHI (3,4).

Vakuumtherapie bei Wunden: Verstoß gegen ethische und wissenschaftliche Standards

Rund ein Jahrzehnt nach ihrer ersten Nutzenbewertung kommt die Vakuumversiegelungstherapie von Wunden erneut auf den Prüfstand beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Doch damals wie heute sind Nutzen und Schaden der Methode unklar. Hatte es 2006 nur wenige und zudem kaum aussagefähige Studien gegeben, sind es mittlerweile über 100 klinische Vergleiche mit mehreren Tausend Patientinnen und Patienten. Doch nur von einem Teil dieser Studien sind die Ergebnisse öffentlich zugänglich.

11. September 2018

Zulassungserweiterung für Rufinamid als Zusatztherapie bei Kindern mit Lennox-Gastaut-Syndrom ab einem Jahr

Heute wurde bekannt gegeben, dass die Europäische Kommission die Zulassung des Antiepileptikums Rufinamid (Inovelon®) als Zusatztherapie für die Behandlung von Anfällen bei Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) auf Patienten ab einem Jahr erweitert hat (1). LGS ist eine der schwersten und behandlungsschwierigsten Epilepsieformen mit Beginn im Kindesalter und erfordert oft die Einnahme mehrerer Antiepileptika (AEDs) in Kombination (2).