Samstag, 17. November 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

08. November 2018

Impfung zum Schutz vor Gürtelrose

Gürtelrose ist eine Erkrankung, die mit zunehmenden Alter auftritt und mit Schmerzen oder auch mit Komplikationen verbunden sein kann. Eine Impfung kann vor dieser Erkrankung und deren Konsequenzen schützen. Zugelassen ist die Impfung für Erwachsene ab 50 Jahren, und damit für die Personengruppe, die von einer Gürtelrose am häufigsten betroffen ist (1). In der Bevölkerung ist die Schutzmöglichkeit derzeit ebenso wenig bekannt, wie viele Grundlagen der Erkrankung. Aufklärung ist notwendig, um die Risikogruppe mit den Möglichkeiten der Prävention vertraut zu machen und damit zum Teil schwerwiegende Krankheitsverläufe zu vermeiden.

© crevis / Fotolia.com
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Individualisierte Therapie für Patienten mit Osteoporose

In Deutschland leiden mehr als 6 Millionen Menschen an Osteoporose. Ein chronischer Knochenabbau kennzeichnet die Erkrankung. Häufige Frakturen sind eine Folge des Knochenschwunds. Die medikamentöse Behandlung zeigt oftmals nicht den gewünschten Erfolg. Auch tritt Osteoporose oftmals zusammen mit Herz-Kreislauferkrankungen auf. Im Verbundprojekt OsteoSys erarbeiten die Partner eine maßgeschneiderte, personalisierte Therapie. Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT entwickeln unter anderem ein Probenmanagementsystem, das erstmals auf der Messe Medica 2018 in Düsseldorf präsentiert wird.

© fotogestoeber / Fotolia.com
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Komplexer Quantenteleportation einen Schritt näher

Für zukünftige Technologien wie Quantencomputer und Quantenverschlüsselung ist die experimentelle Beherrschung von komplexen Quantensystemen unumgänglich. Wissenschaftern der Universität Wien ist dabei ein weiterer Sprung gelungen. Während weltweit PhysikerInnen versuchen die Anzahl an zweidimensionalen Systemen, sogenannten QuBits, zu erhöhen, gehen die Forscher um Anton Zeilinger einen neuen Weg. Sie verfolgen dabei die Idee, komplexere Quantensysteme als QuBits zu verwenden und können damit die Informationskapazität bei gleicher Anzahl von Teilchen steigern. Die entwickelten Methoden und Technologien könnten zukünftig die Teleportation von komplexen Quantensystemen ermöglichen.

© ag visuell / Fotolia.com
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Multiple Sklerose: Blutmarker zeigt Nervenschädigung an, Siponimod bremst Progression

Die Multiple-Sklerose-Forschung verzeichnet neue Durchbrüche. „Erstmals wurde ein Biomarker im Blut identifiziert, der zuverlässige Aussagen über das Ausmaß neuronaler Schäden, den Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf eine MS-Therapie erlaubt“, berichtet Professor Frauke Zipp, MS-Expertin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Vorstandsmitglied des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS). Zipp, die bei der Neurowoche 2018 in Berlin aktuelle Studien zu Prognose und Therapie der entzündlichen Erkrankung präsentierte, sprach von einem „bahnbrechenden Erfolg“. Ebenfalls sei eine positive Therapiestudie bei sekundär-chronisch progredienten Verlaufsformen der MS (SPMS) von Interesse, so die Neurologin. „Der S1P-Modulator Siponimod hat in einer Phase-3-Studie spezifisch für SPMS das Fortschreiten dieser verlangsamt.“

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Neurologische Bewegungsstörungen: Perspektiven individualisierter Therapie und Prävention

In jüngster Zeit wurden einige wichtige Krankheitsmechanismen aufgeklärt – insbesondere im Bereich der genetischen Ursachen – was zu neuen Therapieansätzen bei Bewegungsstörungen geführt hat. „Die neuen Therapien greifen gezielt in frühe Folgen der Genmutation ein und setzen damit direkt an der Krankheitsursache an“, berichtet die Neurologin Professor Daniela Berg, Kiel. Sie präsentierte beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin vielversprechende Therapiestudien zur Parkinsonerkrankung und stellte eine erste ursächliche Therapie bei einer Form der seltenen hereditären spastischen Spinalparalyse (HSP) vor. 

Epigenetischer Marker gibt Einblicke in die Entstehung des Typ-2-Diabetes

Kleine, wahrscheinlich von Lebensstilfaktoren beeinflussbare chemische Änderungen der DNA-Bausteine können die Menge von IGFBP2 vermindern. Ein Forschungsteam hat nun im Fachjournal Diabetes publiziert, dass diese epigenetischen Veränderungen das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen. Menschen mit hohen Konzentrationen des Bindungsproteins IGFBP2 im Blut erkranken zudem seltener an dieser Stoffwechselerkrankung. Die Veränderungen im Blut sind bereits einige Jahre vor Beginn der Krankheit nachweisbar.

Mit Lichtimpulsen Herzzellen abschalten

Optogenetische Methoden erlauben die gezielte Beeinflussung biologischer Prozesse in einzelnen Zellen mit Licht. Dadurch kann das Verhalten von Zellen, Zellverbünden, Organen oder sogar von ganzen Organismen mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung gesteuert werden. Molekulare Werkzeuge zum Anschalten der elektrischen Zellaktivität gibt es schon länger. Nun ist es erstmals einem Forschungskonsortium gelungen, ein neues optogenetisches Werkzeug zu entwickeln, mit dem elektrisch erregbare Zellen mit Licht gehemmt werden. Das neue Werkzeug soll eingesetzt werden, um Vorgänge bei Herzinfarkt und neuronalen Prozessen besser zu verstehen. Die Studie wurde am 5. November 2018 im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

07. November 2018

Takotsubo-Syndrom: Risikofaktoren für die Komplikation kardiogener Schock

Das Takotsubo-Syndrom ist auch als "Broken-Heart-Syndrom" bekannt geworden. Als Krankheitsbild wurde das Syndrom erst 1990 beschrieben. Noch immer sind die Ursachen der Erkrankung nicht eindeutig geklärt und die Behandlung muss sich deshalb an den Symptomen orientieren. Die meisten Patienten mit Takotsubo-Syndrom erholen sich ohne Folgen von der Erkrankung. 10% entwickeln jedoch eine gefährliche Komplikation, einen kardiogenen Schock. Eine Studie hat nun ermittelt, welche Patienten kurz- oder langfristig ein erhöhtes Risiko dafür tragen.

© pixelcaos / Fotolia.com
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Multiple Sklerose: Umweltfaktoren und Darmbakterien befördern Entzündung

Die Ursachenforschung zur Multiplen Sklerose ist noch jung. Sie bringt Erkenntnisse hervor, die für die Vorbeugung und Behandlung der entzündlichen Nervenerkrankung relevant sind. „Umweltfaktoren machen zwei Drittel des MS-Risikos aus. Einige Einflussfaktoren wurden erst in jüngerer Zeit identifiziert. So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass Zigarettenrauch, Übergewicht und übermäßiger Kochsalzkonsum Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen“, berichtet Professor Ralf Gold, Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Sprecher des Vorstands des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS). Über welche Mechanismen diese Faktoren in das Krankheitsgeschehen eingreifen und welche Rolle Darmbakterien bei Multipler Sklerose spielen, ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung, so Ralf Gold auf der Neurowoche 2018. 

© Andrey Popov / Fotolia.com
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Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen: Kaum sektorenübergreifende Modelle in der Erprobung

In einer Studie im Auftrag der Stiftung Münch hat ein interdisziplinäres Team unter der Leitung von Carolin Auschra untersucht, welche neuen Lösungen zur Gestaltung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen aktuell erprobt und genutzt werden. Dabei zeigt sich, dass der Großteil der neuen Lösungsansätze innerhalb der Grenzen eines bestehenden Sektors agiert, sektorenübergreifende Modelle jedoch die Ausnahme bilden. Überwiegend werden traditionelle Versorgungsmodelle wie Krankenhaus oder Einzelpraxis mit neuen Formen (darunter MVZ, kommunale Eigeneinrichtung, Zweigpraxis) kombiniert, um eine stärkere Arbeitsteilung der Ärzte zu ermöglichen. Zusätzlich werden organisatorische Elemente wie Case Management, Telemedizin oder die Delegation einzelner Aufgaben an nichtärztliche Berufsgruppen eingesetzt. 

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Antikörper gegen CGRP: Neue Substanzklasse zur Migräneprophylaxe

Zur Prophylaxe der Migräne steht eine neue Substanzklasse zur Verfügung. CGRP-Antikörper sind die ersten Wirkstoffe, die Migräneanfällen spezifisch vorbeugen. „Die Erwartungen sind hoch, doch einige Patientinnen und Patienten werden nicht von der neuen Generation der Migräneprophylaktika profitieren“, sagt Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Der Kopfschmerzexperte präsentierte beim DGN-Kongress in Berlin, der vom 30. Oktober bis 3. November 2018 im Rahmen der Neurowoche stattfand, den Stand der Forschung zu den Antikörpern Eptinezumab, Erenumab, Fremanezumab und Galcanezumab. Von einer Revolution der Migräneprophylaxe könne in Anbetracht offener Fragen zur Erstattung und Sicherheit noch nicht gesprochen werden, so Diener.

© peshkova / Fotolia.com
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Fortschritte bei Autoimmunenzephalitis: Zuverlässige Diagnostik und wirksame Behandlung

Die Autoimmunenzephalitis ist ein Beispiel für den rasanten Fortschritt der neurologischen Forschung. „Binnen eines Jahrzehnts wurde das vermeintlich mysteriöse Leiden als antikörpervermittelte Hirnentzündung enträtselt, die wir heute zuverlässig diagnostizieren und wirksam behandeln können“, sagt Professor Christian G. Bien, Bielefeld. Der Experte für immunvermittelte Erkrankungen des ZNS präsentierte heute beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) aktuelle Forschungsarbeiten zur Autoimmunenzephalitis. Christian Bien verwies auf die sehr hilfreichen 2016 publizierten internationalen klinischen Diagnosekriterien und warnte gleichzeitig davor, Antikörperbefunde überzuinterpretieren. „Für eine treffsichere Diagnose müssen Labor und Klinik immer zusammenpassen“, betont der Neurologe. Die DGN tagte bis 3. November im Rahmen der Neurowoche 2018 in der Messe Berlin.

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GN-Kongress 2018: Therapiestrategien bei Multipler Sklerose und Migräne im Fokus

Neurologische Erkrankungen sind häufig mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität assoziiert – insbesondere dann, wenn sie chronisch werden. Kopfschmerzen (u. a. Migräne, Spannungskopfschmerzen) kommen häufig bei Multiple Sklerose-Patienten vor. Entsprechend ist eine gute Diagnostik inklusive effektiver Differenzialdiagnostik unter Berücksichtigung von klinischen und pathophysiologischen Gesichtspunkten entscheidend, damit eine adäquate und individuell geeignete Therapie eingeleitet werden kann, betonte Prof. Dr. Uwe Zettl (Rostock) bei einem von Teva initiierten Satellitensymposium im Rahmen des diesjährigen 91. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) während der Neurowoche 2018 in Berlin.

06. November 2018

© freshidea / Fotolia.com
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Verbesserte Demenz-Diagnostik mit PET, Liquor und Bluttest

Die Alzheimer-Demenz lässt sich heute bereits in frühen Phasen der Erkrankung sicher erkennen – noch bevor die Betroffenen kognitive Einschränkungen erleben. „Es könnte bald sogar ein Bluttest zur Alzheimer-Frühdiagnose zur Verfügung stehen, alternativ zu den kostspieligen MRT-/PET- und invasiven Liquor-Untersuchungen“, sagte Priv.-Doz. Dr. Juraj Kukolja, Wuppertal,  beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin, der vom 30. Oktober bis 3. November 2018 im Rahmen der Neurowoche stattfand.

Testosteron aktiviert Risiko-Gene für Autismus

Autismus tritt viermal häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf. Wissenschaftler der Abteilung Molekulare Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg haben dafür nun erstmals eine Erklärung gefunden: Ihre Untersuchungen an menschlichen Zellen und Gehirnbereichen von Mäusen zeigten, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron in der Zeit vor und nach der Geburt bestimmte Risiko-Gene im Gehirn deutlich stärker aktiviert. Bisher war nur bekannt, dass Defekte in diesen speziellen Genen ein starker Risikofaktor für das Auftreten der neuronalen Entwicklungsstörung sind. Die neuen Ergebnisse lassen nun darauf schließen, dass sich diese Gendefekte möglicherweise stärker auf das Gehirn männlicher als weiblicher Individuen auswirken. Die Ergebnisse sind aktuell in der Fachzeitschrift „Frontiers in Molecular Neuroscience“ erschienen.

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Bei Cortisontherapie Knochendichte im Blick behalten

 Wer dauerhaft ein Cortisonpräparat einnehmen muss, sollte regelmäßig seine Knochendichte messen lassen. Darauf weist Prof. Frank Buttgereit, Rheumatologe an der Charité, in der Zeitschrift „mobil“ (Ausgabe 5/2018) hin. Eine längere und höher dosierte Cortisongabe kann sich negativ auf die Knochendichte auswirken. Eine erste Untersuchung dieser kann unter Umständen schon drei Monate nach Beginn der Therapie sinnvoll sein, erklärt Buttgereit. Patienten besprechen das am besten mit ihrem behandelnden Arzt.

Opioid-Abhängigkeit: Notstand in USA ausgerufen

Nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump aufgrund der massiven Zunahme an Drogentoten den nationalen Notstand bezüglich Opioiden erklärt hat, gibt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) Entwarnung: In Deutschland sei aktuell kein Gesundheitsnotstand aufgrund von Opioid-Abhängigkeit zu befürchten. Die gesetzlichen Regelungen sowie die vorhandenen Leitlinien zum Einsatz von Opioiden verhinderten in den meisten Fällen die Entwicklung einer Abhängigkeit.

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren und leichter brechen. Dann kann es schnell zu einem Knochenbruch kommen. Sehr oft betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen oder die Arme. Eine Ursache für ein schwaches Knochengefüge kann Vitamin D-Mangel sein, wie Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober erläutert. Doch auch ein Zuviel an Vitamin D kann zu Gefährdungen führen.

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf

Kinder von alkoholkranken Eltern haben keinen normalen Alltag und ihre Sorgen beschränken sich nicht mehr auf Schule oder Freizeit-Aktivitäten. Oftmals müssen sie sich viel zu früh Aufgaben und Sorgen eines Erwachsenen stellen und sind der Situation ausgeliefert. In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen Kinder in einer solchen Situation. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder ist alkoholabhängig.