Freitag, 20. April 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

10. April 2018

© psdesign1 / Fotolia.com
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Tinnituspflaster – Klinische Wirkung

In einem Umfeld, in dem sämtliche Geräusche und Stimuli fehlen, bekommen alle relativ schnell zumindest kurzfristig Tinnitus. Wir alle haben unterschiedliche Geräusche in uns, da wir mobile, hörende und denkende Wesen sind. Normalerweise werden diese Geräusche weggefiltert, aber durch unterschiedliche Ereignisse kann ein belastender Kreislauf in Gang gesetzt werden, bei dem die Geräusche bemerkt werden, uns stören und sich zu einem Problem entwickeln.Tinnitus kann als ein „falsches” Bewusstsein eines Geräuschs betrachtet werden, eine Art Phantomphänomen im Gehirn. Vom 14. bis zum 16. März fand in Regensburg die weltweit führende Konferenz im Bereich der Tinnitusforschung statt. Dr. Peter Åhnblad, Oberarzt und Spezialist für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen, war vor Ort, um über das klinische Studienprogramm zu berichten, das kurz zuvor mit positiven Ergebnissen für das schwedische Tinnituspflaster Antinitus® durchgeführt worden war.

VHF: Apixaban mit reduziertem Risiko für systemische Embolie assoziiert

Eine aktuelle Analyse aus dem deutschen Versorgungsalltag von Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (VHF*) hat gezeigt, dass Apixaban (Eliquis®) in der Schlaganfallprophylaxe gegenüber Phenprocoumon mit einem reduzierten Risiko# für Schlaganfälle/systemische Embolien und Blutungsereignisse assoziiert war (1). Die retrospektive Analyse ergänzt die positiven Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten aus der klinischen Studie ARISTOTLE (2).

© storm / Fotolia.com
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„Broken Heart Syndrome“: Hohes Schlaganfall-Risiko

Patienten mit einer Stress-Kardiomyopathie erleiden innerhalb von 5 Jahren nach diesem Ereignis deutlich häufiger einen Schlaganfall als Herzinfarkt-Patienten. Das zeigt eine Studie der Universitäts-Medizin Mannheim, die auf der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentiert wurde. Vom 4. bis 7. April 2018 treffen zu diesem Kongress mehr als 8.500 aktive Teilnehmer zusammen. Für die Untersuchung wurden Patienten aus der Universitäts-Medizin Mannheim, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, eingeschlossen und über 5 Jahre nachbeobachtet.

09. April 2018

© LIGHTFIELD STUDIOS / Fotolia.com
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Wenige Minuten Bewegung pro Tag senken das Risiko für Herzleiden und Diabetes um 20%

Bereits ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität kann die schlimmsten Folgewirkungen der Adipositas mildern und im günstigsten Fall sogar verhindern. Wer es schafft, täglich 7 bis 8 Minuten zügig spazieren zu gehen, reduziert sein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes um 20%. Schon nach 6 bis 8 Wochen ist mit einem deutlich verbesserten Muskelstoffwechsel, einer erhöhten Elastizität der Gefäße und einer wieder gesteigerten diastolischen Herzfunktion zu rechnen.

Wie die Chronotherapie helfen kann, die Wirkung von Medikamenten zu verbessern

Der Wechsel von Tag und Nacht bestimmt unseren Lebensrhythmus – und das nicht nur im Hinblick darauf, wann wir müde werden und wann wir aufwachen. Auch die Körpertemperatur, der Energiestoffwechsel, die Ausschüttung verschiedener Hormone und die Aktivität von Immunzellen zählen zu den Körperfunktionen, die sich, orientiert am 24-Stunden-Takt, verändern. Dass gesundheitsrelevante Prozesse so eng mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus verzahnt sind, kann auch therapeutisch genutzt werden. Wie die Chronotherapie dabei helfen kann, die Wirkung von Medikamenten zu verbessern oder chronischen Erkrankungen vorzubeugen, darüber wird der Lübecker Neurobiologe Prof. Dr. rer. nat. Henrik Oster anlässlich des 124. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) in Mannheim sprechen.

© M. Szabò/ UKJ
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Wozu Caveolen in der Zellmembran von Muskelzellen gut sind

Wissenschaftlern des Uniklinikums Jena ist es gelungen, die Funktion von Caveolen in der Zellmembran aufzuklären. Sie identifizierten die für die Bildung dieser Einstülpungen in der Zellhülle entscheidenden Proteine und zeigten, dass beim Fehlen eines Proteins, das für die Krümmung der Membran sorgt, zu wenige Caveolen entstehen. Dadurch werden die Muskelzellen anfällig für mechanische Schäden, wie sie bei erblichen Muskelschwunderkrankungen beobachtet werden.

3 von 4 HIV-Patienten leiden unter seelischen Störungen

HIV/AIDS als schwere Infektionserkrankung, die heute gut mit einer antiretroviralen Therapie (ART) oder HAART im Griff zu halten ist, bringt nicht nur alle Auswirkungen der Erkrankung und Nebenwirkungen der Therapie mit sich, sondern in hohem Maße auch psychische Störungen. Unter ihnen leiden fast alle Betroffenen. Hierdurch entstehen je nach Umfeld der Patienten sehr unterschiedliche Fragen, auf die mancher Arzt, sofern er überhaupt Antworten dafür parat hat, aus zeitlichen Gründen nicht ausreichend einzugehen vermag. Auf Fragen der psychischen Störungen bei HIV, unter denen 3 von 4 Betroffenen leiden, wurde am Rande des Janssen-Symposiums zum Thema „ART-Guidelines in der Praxis – Fallvorstellungen“ aus Anlass der 17. Münchner Aids- und Hepatitis-Tage in Berlin verwiesen.

05. April 2018

Outcome-Studien bestätigen Wirksamkeit und Sicherheit von PCSK9-Inhibitoren bei kardiovaskulären Hochrisiko-Patienten

Die Versorgungssituation kardiovaskulärer Hochrisiko-Patienten in Deutschland und die Bedeutung der PCSK9-Hemmung als Therapieoption standen im Fokus eines Pressegesprächs von Amgen im Rahmen der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Nach wie vor stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die Todesursache Nummer eins dar (1). Neben zahlreichen nicht modifizierbaren Risikofaktoren, wie z.B. Alter oder Geschlecht, gibt es einen entscheidenden und beeinflussbaren Risikofaktor – ein erhöhter Low-Density Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C)-Spiegel – der in direktem Zusammenhang mit kardiovaskulären Ereignissen steht (2). Viele kardiovaskuläre Hochrisiko-Patienten weisen trotz lipidsenkender Therapie erhöhte LDL-C-Spiegel auf (3). Mit dem PCSK9 (Proproteinkonvertase-Subtilisin/Kexin-Typ-9)-Hemmer Evolocumab (Repatha®) konnte bei kardiovaskulären Hochrisiko-Patienten eine starke und nachhaltige LDL-C-Senkung mit klinischem Nutzen erreicht werden (4). Das Therapieprinzip der PCSK9-Hemmung wurde jüngst auch durch die Daten der ODYSSEY Outcome-Studie bestätigt (5).  

© tigatelu / Fotolia.com
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Therapieresistenter Bluthochdruck: Nieren-Denervierung ist sicher und wirksam

Die renale Denervierung (RDN) ist eine sichere und wirksame Behandlungsoption für Patienten mit unkontrollierter arterieller Hypertonie und reduziert über einen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren signifikant und anhaltend den in der Praxis gemessenen Blutdruck und den ambulanten 24-Stunden-Langzeitblutdruck. Das zeigen Daten aus dem Global SIMPLICITY Register (GRS), die auf der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentiert wurden.

HIV-1: Single-Tablet Regime mit hoher Resistenzbarriere und anhaltend niedriger Toxizität

Symtuza® ist die Fixkombination aus Darunavir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovir-Alafenamid (DRV/c/FTC/TAF) und damit das erste und einzige Darunavir-basierte Ein-Tabletten-Regime (Single-Tablet Regime, STR). DRV und FTC/TAF machen Symtuza® dank guter Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie der sehr hohen Resistenzbarriere zu einer verlässlichen Langzeittherapie. Die vereinfachte Handhabung durch ein STR kann sich zusätzlich positiv auf die Adhärenz auswirken (1). Zugelassen wurde Symtuza® am 21. September 2017 zur Therapie einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus Typ 1 (HIV-1) bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg). Die Entscheidung über eine Anwendung von Symtuza® sollte auf Basis der Daten einer Genotypisierung getroffen werden (2).

Diabetes-Typ-2: IQWiG kritisiert AMNOG-Studie DapaZu und lehnt Langzeitdaten ab

In der erneuten Nutzenbewertung von Dapagliflozin (Forxiga®) und Dapagliflozin/Metformin (Xigduo®) sieht das IQWiG erneut keinen Zusatznutzen. Aus den Ergebnissen der eigens für die Nutzenbewertung aufgesetzten DapaZu-Studie leitete das Institut keinen Zusatznutzen ab. Dabei war die Phase-IV-Studie nach den Vorgaben des G-BA geplant und durchgeführt worden, um die Kritikpunkte an der im Rahmen der Erstbewertung nicht akzeptierten Zulassungsstudie von Dapagliflozin zu berücksichtigen – ein Novum in der Nutzenbewertung von Antidiabetika. „Wir bleiben optimistisch, dass der G-BA in seiner Abschlussbewertung zum Zusatznutzen von Dapagliflozin zu einem positiven Ergebnis gelangen wird“, sagt Dr. Julia Büchner, Vice President Pricing & Market Access von AstraZeneca Deutschland.

Praxischeck der schnell wirksamen Insulin aspart-Formulierung

Postprandiale Hyperglykämien (PPH) können zu einer unzureichenden Diabeteseinstellung beitragen und das Risiko für Folgekomplikationen steigern (1,2). Seit mittlerweile einem Jahr steht für Erwachsene mit Diabetes, die keine ausreichende postprandiale Blutzuckerkontrolle erreichen, die schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung Fiasp® zur Verfügung (3). Durch den schnelleren Wirkeintritt gelingt es Fiasp® im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart (NovoRapid®) dem physiologischen Insulinprofil Gesunder noch näher zu kommen (4). Über die Herausforderung der PPH im Diabetesmanagement und seine Praxiserfahrungen mit Fiasp® berichtete der Internist Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt am Main, im Rahmen einer Pressekonferenz. In der Patientenansprache und im Diabetesmanagement solle dabei berücksichtigt werden, dass Menschen mit Typ-1 und Typ-2-Diabetes unterschiedlich mit der Erkrankung umgehen.

04. April 2018

© monticellllo / Fotolia.com
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Richtige Ernährung im Alter – so wichtig wie Medizin

Ernährungsgewohnheiten und der Stoffwechsel ändern sich mit dem Alter: Senioren über 70 sind körperlich meist nicht mehr so aktiv wie in jüngeren Jahren, Grundumsatz und Kalorienbedarf sinken, der Appetit nimmt ab. Dennoch bleibt der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen unverändert hoch. Im Vorfeld ihres Jahreskongresses warnen die Internisten daher vor Mangel- und Fehlernährung in den höheren Lebensjahren. Wie eine optimale Ernährung im Alter aussieht, was Senioren stärkt und was ihnen schadet – darüber informieren Experten auf der Vorab-Pressekonferenz zum 124. Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) in Mannheim am 12. April 2018.

Biomarker in der Herz-Medizin: Risikoreiche Entwicklungen erkennen und gezielt individuell behandeln

„Die moderne Forschung bietet mit den Biomarkern immer bessere Möglichkeiten, risikoreiche Entwicklungen nicht nur zu erkennen, sondern auch gezielt zu behandeln“, sagte Prof. Dr. Hugo Katus (Heidelberg), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) auf einer Pressekonferenz zum heutigen Auftakt der 84. Jahrestagung der DGK in Mannheim. Ein viel versprechendes Beispiel in der Kardiologie ist der Biomarker Troponin.

COPD mit Emphysem: Inhalationstherapie hilfreich auch für das Herz?

An der CLAIM-Studie nahmen ausschließlich COPD-Patienten mit deutlicher Überblähung teil. Untersucht wurde der Effekt einer Fixkombination aus langwirksamem Betamimetikum und langwirksamem Muskarinantagonisten (LABA/LAMA) – in dieser Studie ging es allerdings primär um die Herzfunktion. Und tatsächlich konnte die zweiwöchige Inhalationstherapie mit Indacaterol und Glycopyrroniumbromid das linksventrikuläre enddiastolische Volumen der COPD-Patienten deutlich steigern.

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Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich

In Deutschland werden jedes Jahr über 500 klinische Forschungsstudien zu neuen Therapien und Medikamenten durchgeführt. Ein Großteil betrifft Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD, Arthrose oder Schuppenflechte und richtet sich an chronisch kranke Patienten. Leider weiß die Mehrheit dieser Patienten nichts über aktuelle Studien und die Möglichkeiten, die sich daraus für sie ergeben können. Hier setzt das Aufklärungsprinzip von Mondosano an und bietet einfach aufbereitete Informationen zu neuen Therapieformen und Forschungsprojekten. Bei Interesse vermittelt Mondosano den Patienten zusätzlich in eine für ihn geeignete Studie.