Studie: Zwei Drittel der Frühgeborenen haben Entwicklungsrückstände
Etwa zwei Drittel aller viel zu früh geborenen Babys haben Entwicklungsrückstände. Das ist ein erstes Zwischenergebnis einer von der Kaufmännischen Krankenkasse KKH geförderten Langzeitstudie der Qualitätsinitiative Niedersachsen.
Dazu wurden Kinder untersucht, die mit einem Gewicht zwischen 500 und 800 Gramm zur Welt gekommen waren. Ziel des seit einem Jahr laufenden Projekts ist eine verlässliche Datenerhebung. Dies solle letztlich dazu beitragen, die Versorgung Frühgeborener zu verbessern, sagte KKH-Chef Ingo Kailuweit am Mittwoch in Hannover.
Im Alter von sechs Monaten wiesen 53 Prozent der rund 100 untersuchten Kinder Verzögerungen in der Entwicklung auf, 15 Prozent hatten schwerere Schädigungen, die sie etwa durch Hirnblutungen unmittelbar nach der Geburt erlitten hatten. «Etwa ein Drittel der Kinder war ganz gesund», sagte Projektleiterin Brigitte Sens.
Zudem wurden etwa 50 Frühstgeborene im Alter von fünf Jahren untersucht. «Von dieser Gruppe hatte etwa ein Drittel leichte Auffälligkeiten, ein Drittel deutliche Beeinträchtigungen und ein Drittel war unauffällig», sagte Sens. Die Studie unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei weltweit einzigartig.
«Langfristiges Ziel muss es sein, zu verhindern, dass Kinder so früh geboren werden», sagte der stellvertretende Präsident der Ärztekammer Niedersachsen, Gisbert Voigt. «Jeder Tag, jede Woche, die ein Kind länger im Mutterleib verbringt, erhöht die Chance, dass es ohne Entwicklungsdefizite zur Welt kommt.»