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11. Mai 2017
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EU fördert mit ESIT-Programm interdisziplinäre Tinnitus-Forschung

In Europa leiden rund 42 Millionen Menschen unter chronischem Tinnitus. Die störenden Ohrgeräusche führen bei vielen Betroffenen zu einer nachhaltigen Einschränkung ihrer Lebensqualität. Eine allgemein wirksame Behandlungsmethode für das sehr individuelle Krankheitsbild gibt es bisher nicht. Gleichzeitig wächst die Zahl der Betroffenen stetig, bis 2050 könnte sie sich bei gleichbleibender Entwicklung verdoppeln. Die Notwendigkeit, Tinnitus als Forschungsgegenstand voranzutreiben und interdisziplinär an neuen Konzepten und einer gemeinsamen Datenbasis zu arbeiten, ist groß. Die EU stellt nun im Rahmen ihres Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Horizon 2020“ 3,8 Mio. Euro für die „European School for Interdisciplinary Tinnitus Research“ (ESIT) zur Verfügung, um systematisch und interdisziplinär Daten zu erheben, neue Behandlungsmethoden zu erforschen und die Ausbildung von 15 Nachwuchswissenschaftlern voranzutreiben. Dabei sollen neue Forschungsmethoden eingesetzt, erste genetische Studien zu Tinnitus durchgeführt und der größte pan-europäische Tinnitus-Datensatz aufgebaut werden. Ziel ist es, so die Grundlagen für eine individualisierte und evidenzbasierte Tinnitusbehandlung zu schaffen.
Das ESIT-Programm ist auf vier Jahre angelegt und wird vom Tinnituszentrum am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) sowie vom Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg (UR) koordiniert. Insgesamt beteiligen sich zwölf Universitäten aus zehn EU-Ländern und 34 weitere akademische und nicht-akademische Partner an dem Programm. Die enge Zusammenarbeit akademischer, klinischer und industrieller Partner sowie die Einbindung von Patientenorganisationen und Gesundheitsbehörden macht das Programm so besonders.

Dr. Winfried Schlee, ESIT-Koordinator und Wissenschaftler am Universitätsklinikum Regensburg, erklärt: „Mit ESIT haben wir erstmals die Möglichkeit, einer bisher fragmentierten Forschungslandschaft eine gemeinsame Basis und einen verbindlichen Rahmen für die Zukunft zu geben. Die Tinnitusforschung braucht den engen Austausch aller Disziplinen, um innovative Lösungen für ein hochindividuelles Krankheitsbild zu entwickeln. Ich freue mich sehr, dass wir mit Unterstützung der EU und ausgezeichneten Partnern der Realisierung unseres Ziels deutlich näher kommen können.“ Unter den industriellen Partnern befinden sich Experten und Technologienbieter, die sich mit ihren Lösungen schon heute in der Forschung und Behandlung von Tinnitus engagieren. „Mit dem ESIT entsteht die einmalige Möglichkeit, alle entscheidenden Beteiligten in einem Projekt zusammenzubringen, um gemeinsam die Weichen für die Tinnitusforschung und -behandlung der Zukunft zu stellen. Wir freuen uns sehr, mit unserem Know-how einen Teil dazu beitragen zu können“, erklärt Jörg Land, Gründer und Geschäftsführer der Sonormed GmbH.
 
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