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Medizin
11. Juni 2019

Sarkopenie: Ausdauertraining beinflusst Länge der Telomeren

Obwohl es im Sport ständig neue Altersrekorde gibt, nimmt die physiologische Leistungsfähigkeit insgesamt mit zunehmendem Alter ab. Woran liegt das? Welche physiologischen Prozesse sind dafür hauptsächlich verantwortlich? Und welcher Sport geht im Alter am besten? Wissenschaftler werteten umfangreiche Datensätze aus den Weltmeisterschaften der Senioren aus. Die Ergebnisse präsentieren sie auf dem Kongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin im Juni in Salzburg.
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Prof. Dr. med. habil. Georg Neumann forschte am Institut für Körperkultur und Sport (FKS) Leipzig, arbeitete für das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) Leipzig im Bereich Leistungssport und zuletzt für die Universität Halle im Bereich Trainingswissenschaft. Sein Fazit: „Bis Mitte, manchmal Ende 30 werden Rekorde erbracht. Danach ist man als Sportler alt. Ab 40 Jahren beginnt bei jedem Menschen dann ein Muskelschwund von durchschnittlich 1-2% pro Jahr. Frauen sind im Leistungssport ein Leben lang durchschnittlich 10% weniger leistungsfähig als Männer. Im Alter wird dieser Unterschied noch größer.“

Abnahme der sportlichen Leistungsfähigkeit durch Muskelschwund

In der Sportart Leichtathletik wurden Datensätze von der Altersklasse (AK) 35 bis zur AK 70 ausgewertet. Doch trotz intensiven Trainings nimmt die sportliche Leistungsfähigkeit kontinuierlich ab. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Erste Ursache ist der Muskelschwund. Ab 40 Jahren verschwinden zuerst vor allem die schnellen Muskelfasern. Sie werden durch Fett- und Bindegewebseinlagerungen ersetzt. Mit 80 Jahren steht dem Alterssportler dann nur noch rund 50% der aktiven Muskelmasse zu Verfügung.

Ausdauertraining erhöht Aktivität der Telomeren

Neumann: „Die, die trainieren, trainieren also ihren 'Muskelrest'. Empfehlungen aus Amerika legen den Alten als Minimum 150 Minuten schnelles Gehen pro Woche, jeweils mit anschließender Dehnung, ans Herz. Das Optimum liegt bei 150 Minuten Belastung pro Woche im aeroben Bereich und etwas Krafttraining.“ Zu den Ursachen des Alterns gibt es verschiedene Theorien. Forscher haben erkannt, dass Telomere sich mit zunehmendem Alter vermindern. Neue Daten in der Telomerenforschung belegen, dass nur das Ausdauertraining die Telomerenaktivität erhöht und die Telomerenlänge positiv beeinflusst. Die Telomerenlänge soll die Lebenserwartung beeinflussen. Das Krafttraining war in diesem Punkt wirkungslos.

Gute Leistungen bei Ausdauersportarten auch im Alter

In den Leistungsklassen bringen Senioren sehr lange gute Ergebnisse in den Ausdauersportarten (Marathon, Halbmarathon, 10.000 m, Radsport). Auch in weiteren leichtathletischen Disziplinen (Speerwerfen, Weit- und Hochsprung) werden im Alter noch beachtliche Leistungen erbracht. Ein 100 Jahre alter Inder zum Beispiel bewältigte den Marathon 2011 noch in 8 Stunden, 25 Minuten und 11 Sekunden. Ein 105-jähriger Franzose fuhr mit dem Rennrad auf der Bahn 22,5 km in der Stunde. Die Sportarten der Zukunft für den Alterssport allgemein werden aber wohl das Joggen, schnelles Gehen und Nordic Walking, meint der renommierte Wissenschaftler. Dazu kommen Schwimmen und Radfahren. Insgesamt verletzungsarme Dauerbelastungen.

Quelle: Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS)


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