Dienstag, 23. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

01. Juli 2019
Seite 1/3
Allergische Rhinitis: Therapiealgorithmus für die optimale Behandlung

Die allergische Rhinitis führt bei Betroffenen oft jahrzehntelang zu erheblichen Beeinträchtigungen im Sozialleben, der schulischen Leistungsfähigkeit und der Arbeitsleistung. Der journalmed.de-Experte, Prof. Dr. med. Ludger Klimek, erläutert die Konsensusempfehlung des Netzwerkes ARIA-MASK, das als Entscheidungshilfe zur Behandlung der allergischen Rhinitis dient.
Anzeige:
MASK

MASK (MACVIA-ARIA Sentinel NetworK for Allergic Rhinitis) ist ein Expertennetzwerk zur europaweiten Überwachung der allergischen Rhinitis. Es gehört zur Initiative MACVIA-ARIA (Contre les MAladies Chroniques pour une VIeillisment Actif – Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma), die im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Aktives und gesundes Altern“ gegründet wurde.

Clinical decision support system

Welche Pharmakotherapie für Patienten mit allergischer Rhinitis (AR) die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, den vorherrschenden Symptomen und deren Ausprägungsgrad, Vorlieben der Patienten sowie Kosten der Therapie ab. Zudem sollte die Behandlung auf die Dauer der Allergenexposition und der daraus resultierenden Symptome angepasst werden. Hierbei kann ein clinical decision support system (CDSSs) helfen, das von MASK derzeit erarbeitet wird. Es fußt auf evidenz-basierten Grundlagen, auf deren Basis ein Therapiealgorithmus entwickelt wird, sowie einem (bidirektionalen) Arzt-Patienten-Kommunikationssystem.

Algorithmus findet beste Therapieoption

Der im letzten Jahr von MASK vorgestellte Algorithmus (1) soll dazu dienen, abhängig von der Schwere der Ausprägung bzw. von dem Grad der Symptomkontrolle die beste (i.S.v. die individuell geeignetste bzw. wirksamste) Therapieoption für jeden AR-Patienten zu finden. Patient und Arzt werden hier gleichermaßen verstärkt in die Pflicht genommen: Ob die Behandlung anschlägt, soll der Patient täglich überprüfen. Er erfasst den Grad seiner Symptomkontrolle mittels visueller Analogskala (VAS, siehe Infobox), vorzugsweise elektronisch via Smartphone-App, während der behandelnde Arzt, nach engmaschiger (Wieder-)Vorstellung des Patienten und Bewertung der VAS-Scores, die medikamentöse Therapie – gemäß des step-up/step-down Prinzips – entsprechend anpasst.

Empfehlungen für das Therapiemanagement

Konkret spricht MASK folgende Empfehlungen für ein optimiertes Therapiemanagement der AR aus:
 
  • Eine individualisierte Herangehensweise, geprägt vom step-up/step-down Prinzip analog zur Asthma-Therapie, wobei zwischen therapienaiven und vorbehandelten Patienten zu differenzieren ist.
  • Die Einbeziehung früherer medikamentöser Behandlungen und deren Wirksamkeit in die Entscheidung für die aktuelle Therapie.
  • Die regelmäßige Überprüfung des Behandlungserfolges mittel VAS.

Folgende Aspekte sind bei der Auswahl einer geeigneten medikamentösen Therapie zu berücksichtigen:
 
  • Adhärenz bzw. Compliance des Patienten
  • Individuelle Vorlieben des Patienten (Art der Anwendung, Angst vor Nebenwirkungen, Erfahrungen)
  • Mögliche Nebenwirkungen
  • Kosten
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

App FURDY hilft, kommunikative Barrieren zu überwinden und kognitive Fähigkeiten zu fördern

App FURDY hilft, kommunikative Barrieren zu überwinden und kognitive Fähigkeiten zu fördern
© Christoph Noll (TAU)

Zum 11-jährigen Jubiläum des Masterstudiengangs Barrierefreie Systeme (BaSys) unter dem Motto „Eine Dekade BaSys 10+“ lädt die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) alle Interessierten ein, über eine inklusive Welt zu diskutieren. Erwartet werden dazu am 22. November 2016 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Vertreter/-innen verschiedener Interessenverbände, Studieninteressierte und Alumni. Auch Absolvent Benjamin Göddel wird vor Ort seine App FURDY präsentieren, die er entwickelt hat, um Autisten und...

Rund 40 Prozent der Angstpatienten brechen MRT-Untersuchung ab

Rund 40 Prozent der Angstpatienten brechen MRT-Untersuchung ab
© Medserena AG

Klaustrophobie hält 15 Prozent der Patienten davon ab, sich trotz starker Schmerzen mittels der Magnetresonanztomografie untersuchen zu lassen. Dies hat für Ärzte, Therapeuten und Krankenkassen kostenintensive Folgen. Am schlimmsten betroffen ist jedoch der Patient selbst: Statt sich einer Diagnose zu stellen, leidet er oftmals monatelang unter starken Schmerzen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Angstpatienten die MRT-Untersuchung akzeptieren, wenn Fachpersonal sie vor und während des Termins persönlich intensiv begleitet und berät. Zudem ist es wichtig, dass...

Fasten 2019: Immer mehr Menschen halten es für sinnvoll

Fasten 2019: Immer mehr Menschen halten es für sinnvoll
© beats_ / fotolia.com

Fasten liegt im Trend: Immer mehr Deutsche halten es für gesundheitlich sinnvoll. Die Zahl der Fasten-Befürworter stieg in den vergangenen Jahren stetig an. Lag sie vor acht Jahren noch bei 53 Prozent, sind es nun 63 Prozent – ein Plus von fast 20 Prozent. Vor allem unter jungen Menschen ist der bewusste Verzicht weit verbreitet. Dabei möchten immer mehr Fasten-Fans auf Alkohol verzichten: Die geplante Abstinenz liegt mit 73 Prozent so hoch wie nie zuvor. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Auch auf...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Allergische Rhinitis: Therapiealgorithmus für die optimale Behandlung "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.