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Medizin

01. Juli 2019
Seite 1/3
Allergische Rhinitis: Therapiealgorithmus für die optimale Behandlung

Die allergische Rhinitis führt bei Betroffenen oft jahrzehntelang zu erheblichen Beeinträchtigungen im Sozialleben, der schulischen Leistungsfähigkeit und der Arbeitsleistung. Der journalmed.de-Experte, Prof. Dr. med. Ludger Klimek, erläutert die Konsensusempfehlung des Netzwerkes ARIA-MASK, das als Entscheidungshilfe zur Behandlung der allergischen Rhinitis dient.
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MASK

MASK (MACVIA-ARIA Sentinel NetworK for Allergic Rhinitis) ist ein Expertennetzwerk zur europaweiten Überwachung der allergischen Rhinitis. Es gehört zur Initiative MACVIA-ARIA (Contre les MAladies Chroniques pour une VIeillisment Actif – Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma), die im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Aktives und gesundes Altern“ gegründet wurde.

Clinical decision support system

Welche Pharmakotherapie für Patienten mit allergischer Rhinitis (AR) die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, den vorherrschenden Symptomen und deren Ausprägungsgrad, Vorlieben der Patienten sowie Kosten der Therapie ab. Zudem sollte die Behandlung auf die Dauer der Allergenexposition und der daraus resultierenden Symptome angepasst werden. Hierbei kann ein clinical decision support system (CDSSs) helfen, das von MASK derzeit erarbeitet wird. Es fußt auf evidenz-basierten Grundlagen, auf deren Basis ein Therapiealgorithmus entwickelt wird, sowie einem (bidirektionalen) Arzt-Patienten-Kommunikationssystem.

Algorithmus findet beste Therapieoption

Der im letzten Jahr von MASK vorgestellte Algorithmus (1) soll dazu dienen, abhängig von der Schwere der Ausprägung bzw. von dem Grad der Symptomkontrolle die beste (i.S.v. die individuell geeignetste bzw. wirksamste) Therapieoption für jeden AR-Patienten zu finden. Patient und Arzt werden hier gleichermaßen verstärkt in die Pflicht genommen: Ob die Behandlung anschlägt, soll der Patient täglich überprüfen. Er erfasst den Grad seiner Symptomkontrolle mittels visueller Analogskala (VAS, siehe Infobox), vorzugsweise elektronisch via Smartphone-App, während der behandelnde Arzt, nach engmaschiger (Wieder-)Vorstellung des Patienten und Bewertung der VAS-Scores, die medikamentöse Therapie – gemäß des step-up/step-down Prinzips – entsprechend anpasst.

Empfehlungen für das Therapiemanagement

Konkret spricht MASK folgende Empfehlungen für ein optimiertes Therapiemanagement der AR aus:
 
  • Eine individualisierte Herangehensweise, geprägt vom step-up/step-down Prinzip analog zur Asthma-Therapie, wobei zwischen therapienaiven und vorbehandelten Patienten zu differenzieren ist.
  • Die Einbeziehung früherer medikamentöser Behandlungen und deren Wirksamkeit in die Entscheidung für die aktuelle Therapie.
  • Die regelmäßige Überprüfung des Behandlungserfolges mittel VAS.

Folgende Aspekte sind bei der Auswahl einer geeigneten medikamentösen Therapie zu berücksichtigen:
 
  • Adhärenz bzw. Compliance des Patienten
  • Individuelle Vorlieben des Patienten (Art der Anwendung, Angst vor Nebenwirkungen, Erfahrungen)
  • Mögliche Nebenwirkungen
  • Kosten
 
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