Kinderärzte tauschen sich in Halle über Autoimmunkrankheiten des Nervensystems aus
In der Kinder- und Jugendrheumatologie und Neuropädiatrie (Kinderneurologie) haben sich in den vergangenen Jahren die Kenntnisse immunologischer Prinzipien erweitert. Das gewachsene Verständnis von Autoimmunerkrankungen hat für viele Patienten bereits zu wirksameren Therapien geführt. Sowohl Neuropädiater als auch Kinderrheumatologen sehen sich immer noch mit diagnostischen und therapeutischen Problemen bei Erkrankungen dieser Art konfrontiert. Über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Autoimmunerkrankungen tauschen sich Wissenschaftler und Ärzte auf einer internationalen Tagung am 26. und 27. Februar 2010 in Halle aus. Die Veranstaltung findet am Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude, statt und wird von der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin organisiert. Referenten und Gäste werden nicht nur aus Deutschland, sondern auch Österreich, Kanada und den USA erwartet.
Als eines der größten Rheumazentren für Kinder und Jugendliche in Deutschland verfolgt die hallesche Universitätskinderklinik einen interdisziplinären Behandlungsansatz, in dem sich verschiedene Fachgebiete der Kinder- und Jugendmedizin um die Patienten mit Autoimmunerkrankungen kümmern. Außerdem kooperiert die Klinik mit der Rheumaliga. Gemeinsam mit international renommierten Experten aus dem In- und Ausland organisiert Oberarzt Dr. Thomas Müller, Neuropädiater und Kinderrheumatologe, dieses internationale Symposium. Auch Betroffene werden zur Tagung erwartet.
Autoimmunerkrankung ist in der Medizin ein Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist. Irrtümlicherweise erkennt das Immunsystem körpereigenes Gewebe als zu bekämpfenden Fremdkörper. Dadurch kommt es zu schweren Entzündungsreaktionen, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen. Es sind etwa 60 Autoimmunkrankheiten bekannt, das Spektrum der betroffenen Organe ist breit gefächert. Zu den bekanntesten Erkrankungen zählen beispielsweise das Rheuma sowie die Multiple Sklerose.
Die Vorträge und Diskussionen stellen Autoimmunerkrankungen und das Zentrale Nervensystem in den Mittelpunkt. „Die Beiträge von Neurologen, Neuropädiatern und Rheumatologen, die sich mit immunologischen Fragestellungen im Alltag konfrontiert sehen, werden zu anregenden Gesprächen und zu einem fruchtbaren bereichernden Gedankenaustausch führen“, sagt Oberarzt Dr. Thomas Müller.