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Schlaganfall – die dritthäufigste Todesursache in Deutschland

06. April 2017

© psdesign1 / Fotolia.com

Jährlich erleiden in Deutschland rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall (Apoplex). Ein vorübergehender Sauerstoffmangel (Ischämie) im Gehirn führt zum Absterben von Nervenzellen und damit zu einer Schädigung von Hirnarealen. Auch eine Blutung kann Ursache eines Schlaganfalls sein. Häufig ist die betroffene Altersgruppe über 70 Jahre alt und männlich. 20% der Patienten versterben innerhalb von 4 Wochen und 37% innerhalb eines Jahres.
 

 
Anzeichen für einen Schlaganfall
 
  • Sehstörungen bis hin zu Gesichtsfeldausfällen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Schwindel, Gleichgewichts-und Koordinationsstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Gangbild ist betroffen
  • Taubheitsgefühl, Lähmungen oder Schwäche im Gesicht, Armen, Beinen oder Körperhälfte
  • Sprech- und Schluckstörungen
  • Schrift-oder Verständigungsstörungen
  • starke Kopfschmerzen
 
Die Symptome können ganz plötzlich auftreten und einige Minuten bis Stunden andauern und danach wieder abklingen. Bei vorrübergehenden Ausfallerscheinungen spricht man von einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA). Beeinträchtigungen, die länger als 24h anhalten bezeichnet man als vollendeten Schlaganfall.

Die Ursachen für einen Schlaganfall sind vielfältig: Arterielle Embolien, Blutgerinnsel, Thrombosen, Gefäßverengungen, Gefäßrisse und Spontanblutungen können einen Schlaganfall auslösen. Ein Thrombus, der im Herzen oder in den Arterien entstanden ist, kann sich von dort ablösen und ins Gehirn wandern.
 
Behandlung
Nach eingegangen Notruf müssen die Patienten unverzüglich behandelt werden, um eine dauerhafte Schädigung des Gehirns zu vermeiden. Kliniken die sich auf akute Schlaganfälle spezialisiert haben heißen Stroke Unit. Ein interdisziplinäres Team aus Neurologen, Kardiologen, Angiologen und speziell ausgebildeten Fachkräften kümmern sich um die Schlaganfallpatienten. Hirnblutungen können mit dem CT (Computertomographie) aufgespürt werden. Im MRT (Magnetresonanztomographie) kann der Verlauf der Blutgefäße detailliert dargestellt sowie ein präzises Bild über das Ausmaß der Schädigung festgestellt werden.

Blutgefäße sowie deren Veränderungen können auch durch eine Angiographie mit Kontrastmittelgabe besser sichtbar gemacht werden. Eine Arterienverengung in den hirnversorgenden Gefäßen kann mittels Ultraschall entdeckt werden. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens wird empfohlen. Auch ein Vorhofflimmern des Herzens muss durch ein EKG (Elektrokardiogramm) abgeklärt werden.

Um Blutgerinnsel schnellstmöglich aufzulösen, wird eine Thrombolyse verabreicht. Die Lyse sollte 4,5 Stunden nach einem Schlaganfall erfolgen und verbessert die Prognose für den Patienten. In einer Neurothrombektomie wird das Blutgerinnsel mechanisch mit einem Katheter entfernt. 60% der Patienten mit einem schweren Schlaganfall können mit dieser Behandlung bereits nach 3 Monaten wieder ein eigenständiges Leben führen. Allerdings ist diese Methode bei nur 10-15% der Schlaganfallpatienten anwendbar. Für die Thrombolyse bei unbekanntem Zeitfenster kommt der erweiterten Bildgebung mittels CT oder MRT für die Patientenauswahl eine besondere Bedeutung zu. In den vergangenen Jahren konnte gezeigt werden, dass mit einem multiparametrischen MRT das Alter einer ischämischen Läsion abgeschätzt werden kann. Mit diesem Konzept kann festgestellt werden, ob ein Patient sich noch in einem Zeitfenster befindet, in dem eine Thrombolyse effektiv und sicher angewandt werden kann. Die WAKE UP-Studie soll klären, ob eine größere Patientengruppe von einer Thrombolyse nach dem 4,5-Stunden-Zeitfenster profitieren kann.
 
Nach einem Schlaganfall können dauerhafte Schäden bleiben wie Lähmungen, Bewegungsstörungen, Sprachstörungen und weitere Beeinträchtigungen. In Rehabilitationskliniken können verlorene Fähigkeiten der Patienten nach einem Schlaganfall teilweise wiederhergestellt werden, je nach Ausmaß der geschädigten Hirnareale. Zusammen mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Sprachtherapeuten werden 4 bis 6 Wochen lang Übungen trainiert zur Verbesserung der Körperwahrnehmung, Wiederherstellung der Gangfähigkeit, Verbesserung des Gangbildes, Wiederherstellung der sensomotorischen Fähigkeiten sowie die Kompensation verlorener Fähigkeiten und Bewegungen. Die Rehabilitation kann nach einem Aufenthalt in der Klinik auch ambulant fortgesetzt werden.

Mit einer gesunden Lebensweise, einer gesunden Ernährung, nicht zu hohem Blutdruck, normalen Cholesterinwerten, kein Übergewicht und ausreichend Bewegung kann das Risiko eines Schlaganfalls deutlich herabgesetzt werden.

Literatur:

http://www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-ein-schlaganfall_290.html
http://www.schlaganfall-hilfe.de
https://www.journalmed.de/news/anzeigen/49161
https://www.wakeup-stroke.eu/

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