Donnerstag, 29. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Breezhaler
Breezhaler
CME-Artikel
16. Dezember 2020
Seite 1/8

Kommunikation kann mehr: Patientinnen und Patienten möchten verstanden werden

Test zu diesem Artikel starten

(Der Test zu diesem Artikel steht Ihnen zur Verfügung bis 09.12.2021)

Diese CME-zertifizierte Fortbildung stellt Ärzten Grundlagen und konkrete Handreichungen zur Verfügung, wie sie in ihrem Alltag zum Wohle ihrer Patienten und damit auch zu ihrem eigenen Wohl besser kommunizieren.

Die Kommunikation zwischen Ärzten, Behandlungsteams und Patientinnen und Patienten ist eine wichtige Ressource der Qualitätssicherung und des wertschätzenden Miteinanders. Aus zahlreichen Untersuchungen wird deutlich: Patientinnen und Patienten möchten „verstanden“ werden. Doch Zeitdruck, Unsicherheit und nicht zuletzt die bekannten Limitationen des Gesundheitssystems können hier eine Barriere darstellen. Vor diesem Hintergrund diskutierten 14 Experten aus sieben Disziplinen unter der Leitung von Arzt und ­Medizinjournalist Dr. Dierk Heimann aus Mainz im Rahmen eines Webinars über das Thema Kommunikation im medizinischen Alltag entlang ausgewählter Indikationen. Ziel war es, ärztlichen Kolleginnen und Kollegen Grundlagen und konkrete Handreichungen zur Verfügung zu stellen, wie sie in ihrem Alltag zum Wohle ihrer Patienten und damit auch zu ihrem eigenen Wohl besser kommunizieren.

1. Das Gespräch als Basis der Arzt-Patienten-Kommunikation

„Ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Behandlung“, so die Kassenärztliche Vereinigung.1 Doch befragen etwa zwei Drittel der Patienten nach einem Arztbesuch das Internet. Als Gründe dafür nennen sie zu wenig Vertrauen, zu wenig Zeit, zu wenig Empathie und zu wenig Verständnis der Ärztin/des Arztes.2 Der Arzt, Philosoph und Medizinethiker Professor Dr. Giovanni Maio, Freiburg, betonte: „Um als Arzt dem Patienten helfen zu können, muss man sein Problem verstanden haben.“ Der Zugang zum Verstehen sei nur über das Gespräch möglich und er warnte davor, den Gesprächen nicht genug Raum zu geben bzw. sie unter Zeitdruck zu führen: „Dann besteht die Gefahr, missverstanden zu werden“, so Prof. Maio. Wichtig sei es auch, für eine geeignete Atmosphäre zu sorgen, denn nur dann könne der Gesprächspartner das Gesagte richtig aufnehmen.

1.1. Dem Gespräch einen zentralen Stellenwert beimessen

„Kommunikation ist ein sehr komplexes Thema“, so die Psychologin, Pädagogin und Kommunikationstrainerin Doris C. Schmitt, Konstanz, und betonte mit Blick auf die Arzt-Patienten-Kommunikation: „Wahr ist nicht, was ‚A‘ sagt, sondern das, was ‚B‘ versteht.“ Entscheidend für eine gelungene Kommunikation sei die Empathie – dass die Ärztin bzw. der Arzt wirklich auf den Patienten eingehe. Denn Ärzte hätten einen erheblichen Anteil daran, dass eine Therapie erfolgreich ist: „Fühlt sich der Patient nicht angenommen, kann es beispielsweise sein, dass er eine potenziell lebensrettende Therapie abbricht, ohne den Behandler darüber zu informieren“, machte Schmitt deutlich.

„Die moderne Medizin leidet darunter, dass es scheinbar darum geht, den Patienten so schnell wie möglich durchzuschleusen. So wird in das bestehende starre Zeitkorsett auch das Gespräch eingetaktet. Dies macht es sehr schwierig, ein wirklich gutes Gespräch zu führen,“ so Prof. Maio und ergänzte: „Das Gespräch ist ein zentraler Faktor der Medizin, deshalb muss man sich einen entsprechenden Freiraum schaffen. Wenn man verstanden hat, dass nur über ein Gespräch ein Vertrauensverhältnis geweckt werden kann, wird man erkennen, dass man dem Gespräch einen zentralen Stellenwert beimessen muss.“ Dem entsprechend forderte Prof. Maio, dass Ärztinnen/Ärzte im Klinikalltag mehr Zeit für das Gespräch erhalten, und dass dieser Aufwand angemessen honoriert wird.
 

Vorherige Seite
...

Das könnte Sie auch interessieren

Helm auf beim Fahrradfahren

Helm auf beim Fahrradfahren
© Rido / Fotolia.de

Helm auf beim Fahren mit dem Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Kommt es zu einem Unfall, sind Zweiradfahrer besonders verletzungsgefährdet. Denn das Zweirad bietet keine Knautschzone wie etwa ein Pkw. „Fahrradhelme können Unfälle nicht vermeiden, aber die Verletzungsfolgen deutlich verringern. Kopf- und insbesondere Gehirnverletzungen können irreversible Schäden verursachen. Im Gegensatz dazu können wir heute Knochenbrüche so gut behandeln, dass diese meist...

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden
© DREIDREIEINS Foto / Fotolia.com

Der Verlust eines geliebten Menschen – ganz gleich ob unvermittelt oder nach einem schweren Leidensweg – reißt Hinterbliebenen den Boden unter den Füßen weg. Nicht selten wird der Schmerz zur unerträglichen Belastung, die Trauer nimmt überhand und ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Leere stellt sich ein, während der Alltag unerträglich wird. Das Online Selbsthilfe Portal Selfapy nimmt sich der Hilflosigkeit Betroffener an und zeigt Wege aus dem Kummer auf. Individuelle Kursangebote und das Erlernen spezieller Bewältigungsmechanismen helfen...

Wir sehnen uns nach Sonne – unsere Haut nach Schutz

Wir sehnen uns nach Sonne – unsere Haut nach Schutz
© Dmitry Sunagatov / Fotolia.com

Endlich Frühling! Ob auf dem Balkon, beim Spaziergang oder Joggen „mit Abstand" – die Sehnsucht nach Sonne und frischer Luft war selten so groß wie in diesen Tagen. „Genießen Sie Ihre mit Bedacht gewählten Aufenthalte im Freien und tanken Sie Energie", sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Achten Sie jedoch auch auf Ihre Haut. Sie ist nach den Wintermonaten noch nicht an die UV-Strahlung der Sonne gewöhnt und muss die Schutzmechanismen gegen die potenziell hautkrebserregenden Strahlen erst wieder...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kommunikation kann mehr: Patientinnen und Patienten möchten verstanden werden"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)